8Ö
Wenn mau nun weift, dafs die wellen in die nafenmündung heftig hineinrollenund sand mitbringen, dafs die schiffe fast bey jeder unruhigen See Gefahr laufen,gegen den nafendamm xd geworfen zu werden, so wird die Ausfüllung der oeff-nung dc oder ein isolirter Meerdamm davor, welcher noch eine Einfahrt gestattet“,und die Anlage eines Meerdammes von r nach /, gerechtfertigt seyn.
Ich würde mit diesen werken nicht nur den Hafen von cette gegen die see-stiirmc aus osten, denen er jetzt blos gestellt ist, sondern auch gegen das Einrollendes sandes sichern, da der Küstenstrom, der den Sand aufwellert, von osten nachwesten lauft. Ferner würden, diese werke denjenigen Strom, der in dem Hafen voncette durch das abwechselnde steigen und Fallen des Teiches von T hau entsteht, ver-stärken, indem man ihn ja einengt: folglich würde derselbe eine grüfsere Tiefe her-vorbringen. Endlich wird der nafen, nach der Ausführung dieses Vorschlages, so grofswerden, dafs er den Mangel einer Rhede ersetzen kann. Sollten denn aber noch dieSüdwinde zu hohe wellen im Hafen hervorbringen, so könnte auch ein isolirter Meer-damm, vor die Mündung g, gelegt werden, nach dem Beyspiel von civita-vecchia. ;
Einer wesentlichen Correction bedarf der Hafen von cette gewifs, denn der sandhäuft sich darin so stark an, dafs man genöthigt ist, acht grofse Baggerprahmen zuunterhalten, die jährlich 5 bis Ö00 cubik Toisen sand ausbaggern, und deren jähr-liche Unterhaltung 50000 Livres kostet (kalande canaux de Navigation $. 296 ); auchliegen darin die schiffe nicht sicher. Uebrigens ist dieser Hafen äusserst wichtig fürdie Seefahrer, denn ex ist, zwischen den pyräneen und der Rhone , der einzige, wel-cher grofse schiffe aufnehmen kann, da er eine Tiefe von 18 Fufs hat, aber des ca-nals Tiefe n beträgt nur 8 schuh. Dieser Wichtigkeit wegen hat der Ingenieur Mercar-dier vor^eschlageh *)• aus dem Flusse Herault eine solche wassermasse in den Teichvon Thau zu leiten, vermittelst welcher die spühlung des Hafens bewirkt werdenkönnte, welche in der ihat, nach meinem vorschlage, von grofsen Wirkungen seynmüfste, indem man die wassermasse in einen Raum beschränkte und ihr nnr einenAusflufs gestattete. Wiewohl ich nun, nachdem ich meinen Lesern von dem Hafenvon cette eine Beschreibung vorgelegt habe, dieses Küsten-Local verlassen könnte, sowird es doch nicht überflüßig seyn, wenn ich noch einiges anführe:
'§. 122. Ueber die nhede von srescou.
Wenn man den Hafen von cette auch verbessert und erweitert hätte, so bleibtdoch immer eine geschlossene Rhede in dessen Nähe wünschenswerth; vorzüglichzweckmäfsig würde sie seyn, wenn man sie zwischen den Häfen von cette und Agde anlegte, und das könnte nun bey dem cap von Brescou geschehn. Das Fort welchesdaselbst auf einen isolirten Fels im Meer liegt, hat zwischen sich und dem ufer eineoeffnung von 70 Toisen, ist mithin für eine sichre Rhede , nach dem urtheil derfranzösischen Ingenieurs, gut gelegen. Deswegen wurde hier unter Richelieu’s Ad-
*) Rechexclies sur ies easemblemeas de ports de mer.
©
l_ VK