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Vor einigen Jahren ist, meines Wissens, die schleuse, Gouda gegenüber, vol-lendet, also ist die Austorfung zugestanden.
52. Jetzt komme ich nun zur Darstellung derjenigen Methode, wie die Wasser-plätze oder Meere in Holland , mittelst Schöpfmiihlen, ausgetrocknet und zu nutzba-res Eigenthum gemacht werden, und die zugleich die Maafsregeln bey der Entwässe-rung, mittelst Maschinen, enthält.
Da ich von der Austrocknung grofser wasserplätze oder Seen, mittelst Maschinen,keine Schrift kenne , so werde ich in den folgenden §§. dieses Kapitels Anleitung da-von geben, worin ich mich vorzüglich auf die Austrocknung von Nieucoop (sieherab. 65 . die Karten a und b) beziehen will, weil sie die neueste Unternehmung derArt in Holland seyn wird.
§. 53. Nachdem der auszutrocknende Bezirk und der canal oder Flufs, aufwelchem sein wasser aufgemahlen werden soll, aufs genaueste in eine Karte aufge-nommen worden ist, so werden darin die Tiefen gemessen, um die wassermasse,die er enthält, bestimmen zu können.
Hat man diese so genau als möglich aus der Tiefe und dem Flächeninhalt desauszutrocknenden wasserplatzes berechnet, so ist man nach den'angestellten Beob-achtungen über den Effect der schöpfmiihlen, die ich in der nächsten Abtheilungmittheilen werde, im Stande: die Anzahl der Mühlen genau zu bestimmen, wennman die stärke des windes und dessen Dauer weifs. Es sey z. b. die riefe des Was-sers 16 fuIs, und man will die Austrocknung mit wurfradmühlen bewerkstelligen, wo-von jede das wasser vier schuh aufmahlen kann, so sind vier Mühlen hintereinander,d. i. ein Gang von vier Mühlen nölhig. Will man Wasserschrauben anlegen, so sindzwey solche Mühlen auf einem Leitbusen, hintereinander, erforderlich. Die obersten Müh-len heben dann das wasser in den sammelbusen bey 2. 2., der auf Tab. Ö5. Fig, aliegt* Von diesem wird es in den canal, die Aar genannt, mittelst einer schleuse 24.,durch den Aar-Deich, gehoben; von diesem canal fliefst es in den Hauptbusen Rhein-lands, d, i, in das Haarlemmer-Meer und endlich durch die schleusen beym Pennings-ver, bey spaarndam und Haljfwege in das y, S, Tab, 41.
§. 54 . Zuweilen steht der obere Mahl - oder sammelbusen, auf den die ober-ste Mühle das wasser aufmahlt, auch in directer communication mit dem Hauptbu-sen, und in diesem Falle vertritt die wachtthüre von der Schöpfmaschine die stelleder ersten schleuse.
§. 55, Von jeden Gang-Mühlen, das ist auf jeder Reihe hintereinander an ei-nem Busen oder canal stehender Schöpfmaschinen rechnet man den Effect, wenn dieAustrocknung nicht lange verzögert werden soll, und wenn Mühlen der gröfsten Artangelegt werden, so, dafs er 600 holländische Morgen trocken legen könne. Ist auf ei-niges Qtiellwasser, Rücksicht zu nehmen, so wird auch wohl nur 420 Morgen ange-'nommen! Die schöpfmühle bringe das wasser 4 schuh hoch auf, so sind das im er-