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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Aus diesem Tableau ersehen wir nun, wie nöthig dem holländischen wasserbau-kundigen und den Vorstehern des Polder- schleusen-■ und canalwesens, die Kenntnifsvon der nage der Gewässer und Lande, so wie der Deiche ist, und wie sehr man inHolland Ursache hat, sich darum aufs sorgfältigste zu bekümmern. Insbesondere,da der hydrotechnische zustand, wegen der Versandungen der untern Flüsse , immergefahrvoller wird. Ja! es ist die höchste zeit; dafs die Holländer genugthuende ruaafs-regeln in Ausübung bringen, wenn sie ihre Nachkommen nicht einem unfehlbarenElende überliefern , und die Auswässerung ihrer canäle verlieren wollen !

§. 88. Ein anderer wichtiger umstand für die Leitung der Innern GewässerHollands besteht darin, dafs nach der rvieynung und der Beobachtung Einiger, dieLande längs der niiste sich senken , hingegen die Nordsee sich erhöhe. Die Unter-suchung alles dessen, was hierüber Aufschlufs geben kann, ist für Hollands wasser-staat von der äufsersten Wichtigkeit; denn die hohen Basins , in denen das Binnen-wasser «05 den Gräben (slooten) aufgemahlen wird, woraus es wieder in die seeabläuft, und welche, wie gesagt, Busen (Boezems) heissen, liegen in ihrem mittlernStande nur zwey schuh über die mittlern Ebben der Nordsee . Wenn diese also vonzeit zu zeit höher würde , so dürften sich die Holländer auf mehrere schöpfmühlengefafst machen, denn eine gewöhnliche bringt das wasser nur fünf schuh auf.Selbst die Deiche würde man erhöhen müssen, und die Lage dieses Landes würdeimmer gefahrvoller! Unter solchen umständen könnte an die Austrocknung desiiaarlemmer - Meeres , in die Nordsee , mittelst einer Wasserableitung , durch die ehe-malige Rheinmündung, mit einer anzulegenden schleuse, bey natwyck op zee, Tab. 41.,gar nicht gedacht werden! Kein wunder, wenn diese Materie zu verschiedenenZeiten ein Gegenstand war, den die Naturkundigen ihrer Nachforschungen würdiggeachtet haben. Defswegen veranstaltete auch die Academie der Wissenschaften zuHaarlem 175Q eine Preisfrage: „ob das sinken der Lande und die Erhöhung derNordsee gegründet sey ?“

Lulofs , der den preis davon trug, mag uns also als Führer dienen. Er zeigt,bevor er zu der eigentlichen Frage kömmt, dafs die see längs der schwedischenKüste seit tausend Jahren 45 schuh niedriger geworden sey, und dafs hingegen dasMeer bey Ravenna und Venedig in einer zeit von 230 Jahren Einen schuh an Höhegewonnen habe , diefs letztere bestättigt auch Manfredi. *)

Von Nordholland hat es L’Epie bewiesen, dafs es gesunken sey. Er gibt sichauch mühe, die Erhöhung der see - Oberfläche (seit 300 Jahren) zu erweisen. **)Ueberdem sprechen auch die alten Chroniken von dem sinken in Nord - Holland . Sohat z. b. das nrechter - Land (rab. 43 . 44 .) noch im Jahre 1445 über die süder-see

Commentar. Bonouiensis.

**) L’Epie onderzoek over de oude en fegenvfoordig naturrlyke oesteldlieid van Holland.

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