Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
329
JPEG-Download
 

§. 115. Zu den grofsen Veränderungen in dem hydrotechnischen zustandeHollands gehört auch die Trennung der Insel Flacque (rab, 40 und 46.) vom festenLande. Sie ward durch die seemündungen Kramer und volkerack, von Seelandabgerissen. Also erlitt die Auswässerung von Seeland eine vollkommene Veränderung.Alting stellt die Insel Flacque auf der iv. Tafel zu seinem zweyten Theile noch alsmit Seeland verbunden dar. Dagegen war Goederede oder Goeree schon damahlseine Insel, und hing folglich nicht mit Flacque zusammen, wie jetzt, (s. Tab. 46.)Die Scheidung, welche ehemahls den Hals genannt wurde, ist jetzt ganz versandet,und vermittelst eines Deiches (Dam door de schorre zee) mit Flacque zusammengehangen.

Auch der sogenannte Springer (rab. 46.) war in der Mitte des xvn. Jahrhun-derts nur erst eine untiefe, die über die rluth hervorragte. Jetzt hängt er mit eoere'ezusammen. *)

§. 116. Nachdem ich den Innern - Wasserstaat von Holland abgehandelt habe,so will ich noch über den von Kriesland und Gronningen dasjenige anführen, wasich auf meinen neisen sammelte. Diese Lande, ob sie gleich für den Wasserbaubey weitem nicht so wichtig als Holland sind, verdienen dennoch die Aufmerksamkeitdes wasserbaukundigen, und sind für denselben sehr lehrreich, wie wir bereits ausder Darstellung des seeuferbaues gesehen haben, ich komme also zur

$. 117. Auswässerung von Friesland.

Friesland (xab. 5 5.) dessen Innere-Kanäle und Wasserbusen 3 bis 5 rufs höherals die tägliche Ebbe liegen, wird durch mehrere seeschleusen und kleine Auswäs-sernde - schützschleusen nach der siidersee und der Nordsee entwässert. Nach dencanälen wird das wasser durch Mühlen aufgemahlen, die aber nur klein sind undgewöhnlich eine in einem Mantel eingeschlossene Wasserschraube treiben. Die Ent-wässerungs - schleusen, die ich kenne, sind folgende: l) die zwey Kammer- undSpühl - schleusen in Haarlingen , die zugleich den, Hafen rein halten. Die kleine ist13 Fufs weit; die grofse 20 Fufs; diese schleuse liegt am irafen, jene auf dem canal.

2) Das Ropta-zyl **), nördlich Haarlingen gelegen; dessen weite betragt 7 Fufs.

3) Die Makkumer - schiffahrts - und spühl - schleuse. Wegen dem Durchschleusender schiffe ist sie 20 Fufs weit. • 4) Die Kammer - und spühl - schleuse zu Hindelo«pen ist 14 Fufs weit. 5) Die Kammer - und spühl - schleuse zu workum hat dienämliche weite. 6) Die am stavernschen riafen liegende Kammer - schleuse ist18 Fufs weit. ***) 7) Das zyl bey iwolkveren. 8) Das Take-zyl, nördlich Lemmer .

*) Geograpliiae ulavianae Vol, IV. Zejandia Trans - Scaldina.

**) Zyl oder Syl heilst eine auswässernde Schütz - Schleuse,

***) Zur Winterzeit bey einem harten Ostwinde steht das ninnertwasser bey Stavern £ bis 3 rufs hoherals die tägliche rluth in der Siidersee.

II. ßd.

42