Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
445
JPEG-Download
 

445

Diesen angeführten versuchen gemäfs, glaubt ces.sart schliefsen zu müssen, dafs die mit1200 bis 1700 pfund schweren Rammklötzen, bey einer Fallhöhe von 4 bis 20 Fufs, biszum stehen, bey der Brücke von saumur eingerammten pfähle, das Gewicht dieserBrücke von 10Ö Millionen pfund, sehr gut tragen können, weil auf den pfähl nur1Ö000 pfund kommen und ein so eingerammter pfähl wenigstens 300,000 pfund tra-gen werde. Er meint jedoch: dafs die von ihm gemachten versuche nur ein appro-ximatives Tatonnement geben.

§. 86 . Hält man einige von den brauchbaren Resultaten dieser versuche zu-sammen , so verhalten sich allerdings die Gewichte , bey gleicher schwere der Ramm-klötze, wie die Quadratwurzeln der Fallhöhe. Verwirft man diejenigen versuche,welche gar keine Genauigkeit verrathen; so ergiebt sich aus fünf der 4ten und 5tencolonne berechneten, ein verhältnifs, dafs, wenn das Gewicht des Rammklotzes, beygleicher Fallhöhe, sich verdoppelt, die lasten sich wie 1 : 1,76 verhalten. Wennnun die Wirkung eines 100 pfund schweren Rammklotzes, bey der Fallhöhe von 5 Fufs,der auf den Pfahl drückenden rast von- 9 OOO pfund das Gleichgewicht hält, so wirdder Schlag eines 1200 pfund schweren Klotzes, bey fünf Fufs Fallhöhe, der drücken-den last von 7ÖQ43 pfund das Gleichgewicht halten. Bringen demnach bey einerzugramme 30 hintereinander folgende schlage den Rammpfahl zum Stehen, so wirdderselbe eine Last von 23082Q0 Pfund tragen. Also wird ein einziger schlag, beydieser Fallhöhe und Bärschwere, den Rammpfahl einen 4 m al gröfsern widerstandgeben, als die pfähle bey der Brücke von saumur zu tragen haben. Kurz man siehtaus diesen versuchen und diesem Beyspiele, dafs der pfahlgrund, wie ihn die Inge-nieurs gegenwärtig einrammen, wenigstens hundertmal mehr trage, als man ihm zu-muthet. Bey allen denjenigen Gebäuden also, welche sich setzen, sind die pfählenicht tief genug, das ist, nicht bis zum stehen eingerammt. Aus dieser Ursache hatsich der eine pfeiler der steinernen Josephs-Brücke zu Nürnberg 15, und der andere8 zoll gesenkt, wodurch beyde sögen ihre urfpriingliche Form verlohren haben; einähnliches Ereignifs fand bey der ehemaligen Brücke von Orleans statt.

87. Cessart beklagt sich noch darüber: dafs bis dahin (175Q) von den Inge-nieurs keine Erfahrungen über das Einrammen der pfähle gemacht worden sind. Ertheilt also einige über das der Grundpfähle von der Brücke zu saumur mit. Darausgeht hervor, dafs mit drey zugrammen, wovon der Rammklotz 1200 pfund wog undwo, bey jeder, 50 Mann gebraucht wurden, in 1080 Arbeits-stunden 232 pfähle mit45396 Hitzen zu 3 0 sehlägen *) 14 bis 15 schuh tief 4 *) eingerammt, so dafs also420 Schläge mit jeder Ramm - Maschine ***) in der stunde und 7 in der Minute he-

*) Es kommen daher auf den pfähl 599 Schläge. Diese pfähle stehen daher nicht so feste, als die orund-pfähle unter den Widerlagern der Rosenheimer Bogen - Brücke.

Diesen, pfahlstand giebt nämlich die planclie 1. des Cessartschen Werkes an.

***) Mit der Kimstramme wurden durch 12 Mann täglich nur 126 Schläge (p. 169) gemacht, und manbezahlte 5 x-ivre 10 Sous für hundert Scliläge,