Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
459
JPEG-Download
 

459

und Eisen, ohne dieselben zu schwer gemacht zu hahen. Die kleinen scheiben ei-ner und derselben Flasche mögen dann um 1 J mal die Dicke des Seils genommenkleiner als die grofsen seyn, welches hinreichend klein ist, damit sich die seilenicht berühren. Die Rollen selbst werden zum befsten von weifsbuchen-, pflaumen*bäum-, Buxbaum - und Bockholz, von Eisen und Metall gemacht, und erhalten anihrem umfange eine der Dicke des Zugseils angemessene Rinne; einen von Eisen oderrecht festem Holze f- bis f zoll dicken Nagel oder zapfen, um den sie sich bewe-gen. Sind sie aus Holz gemacht, so läfs man sie eine stunde über in oel sieden,wo sie alsdann weniger abschleifen, fester sind, und die Reibung des seiles vermin-dern. Besteht der zapfen aus Eisen, so wird das Loch der Rolle aus Messing oderMetall verfertigt, denn die Reibung von Eisen auf Eisen ist gröfser als von Eisen aufMessing und auf andere Metalle. Für Eisen auf Eisen ist nämlich das verhältnifs(nach Coulomb) der Reibung zum Drucke 0,28, für Eisen auf Messing 0,26 *). Diein Fig. a, b, c und d Tab. 8 Q gezeichneten Rollenzüge würden für den Flaschen-zügen einen Vorzug haben, weil sich eine Flasche, worin sich mehrere Rollen neben

58 *

*) Da die Coulombschen über die Reibungen angestellten Versuche einige Bogen einnehmen, und dennochnicht disse wichtige Sache erschöpfen, so will ich blos aus pronys Hydraulik §, 1173. die vorzüglich-sten Resultate derselben mittheilen, weil sich daraus für die Praktik immer einige Vorschriften sbstrahi«ren lassen.

x) „Die Reibung von Holz auf Holz,” heifst es, „verursacht, wenn die Flächen trocken sind,nach einer hinlänglichen Ruhezeit einen Widerstand, welcher dem Drucke proportional ist; dieser Wi-derstand nimmt in den ersten Augenblicken der Ruhezeit merklich zu, aber nach einigen Minuten er-reicht er gewöhnlich sein Maximum. 2 ) Rutscht ein Holz trocken über das andere mit einer gewissenGeschwindigkeit, so bleibt die Reibung noch dem Druck proportional, aber ihre Stärke ist weit gerin-ger , als diejenige, welche man bemerkt, wenn man die Flächen nach einer Ruhezeit von einigen Minu-ten, von einander trennt. Man findet z. b., dafs die Kraft, welche erfordert wird, zwo Flächen vonEichenholz nach einer Ruhe von einigen Minuten von einander zu trennen und zum Rutschen zu brin-gen , sich zu der , welche zur Ueberwindung der Reibung bey einer schon erlangten Geschwindigkeitder Flächen erfordert wird, verhält wie 9 zu 2 . 3 ) Die Reibung von Metall auf Metall ohne Schmiere

ist gleichfalls dem Drucke proportional; ihre Stärke aber bleibt immer die nämliche; man mag ihrenZusammenhang erst nach einer gewissen Ruhezeit aufheben, oder eine gleichförmige Geschwindigkeitunterhalten wollen. 4 ) Flächen verschiedener Art, wenn z. b. Holz und Metall ohne Schmiere sich an-einander reiben, geben für die Reibung solche Resultate, die von den vorhergehenden sehr verschiedensind, denn die oröfse ihrer Reibung wächst in Vergleichung mit der Ruhezeit langsam und erreichterst nach 4 oder 5 Tagen und oft noch später ihre Grenze, da sie hingegen bey den Metallen unterein-ander in einem Augenblick und bey den Holzarten untereinander in einigen Minuten, bis zu ihr Maxi-mum wächst. Dieser Wachsthum ist aber so langsam, dafs bey unmerklichen Geschwindigkeiten derWiderstand der Reibung beynahe der nämliche ist, welchen man bey der Erschütterung oder Losieis-sung der Flächen nach einer Ruhezeit von 5 oder 4 Sekunden überwindet. Noch mehr, bey allen Holz-arten , die ohne Schmiele über einander rutschen und bey Reibung der Metalle untereinander, hat dieGeschwindigkeit einen sehr geringen Einflufs auf die Reibungen; hier aber wächst die Reibung sehrmerklich, so wie die Geschwindigkeiten gröfser werden, so dafs die Reibung beynahe in einer arith-metischen Progression wächst, wann die Geschwindigkeiten in einer geometrischen zunehmen,”