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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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ERSTES KAPITEL

Von den zu wasserbauwerken aller Art nothwendigen Baumaterialien u. s. w.

Erstens:

Vom sauholz e.

§• 2.

In Hinsicht der Dauer verdient das Eichenholz (guercus) den Vorzug vor allen übri-gen Bauhölzern; insbesondere ist dasselbe zum Grundbau und zu solchen Bauwerken,die öfters der Nasse, sonne und mft, abwechselnd, ausgesetzt werden, vortrefflich.Da hingegen ist es nicht so elastisch, als Nadelholz und deswegen zu den curyender Bogenbrücken nicht so geschickt, wiewohl es sich, nach meinen versuchen, soweit krümmen läfst, dafs sich die Höhe der Krümmung zur Länge des Balkens wie1 : 26 verhält. Ja, ich habe es auch zu den curven der Bogenbrücken angewendet!Kann man das Eichenholz, vor dem Gebrauche, 6 Monath über in von Kalch befrey-ten wasser liegen lassen, so nimmt es an Härte zu. Wiewohl es horizontal gelegt,seiner kurzen Fasern wegen, f weniger Tragkraft hat, als das kieferne, so ist diese,wenn man es horizontal an den Enden auf unterlager legt, bey gesundem Eicherihol-ze, noch sehr grofs. So wurde z. b. ein 24 § Fufs langer, 10 bis 11 zoll starker,23 schuh freyliegender Balken (von BÜffon) mit 75Q1 Pfund, in der Mitte beschwertund er bog sich nur 2§ zoll. Ein anderer von gleicher Länge, 12 ä 11 zoll stark,wurde von gleicher, in dessen Mitte angebrachter Belastung, nur einep zoll gebo-gen. Ein 12 ä 15 zoll starker und 37' 5" langer Balken verlohr’ (nach meinem ver-fahren) erst bey 18 zoll Krümmungshöhe, seine Elasticität. Vorzüglich wird aberdie Tragkraft der Bauhölzer vermehrt, wenn man ihre Enden in Mauern eingehenläfst, zwischen schwellen einspannt, oder in der Mitte in eine Tragschwelle legt, da-mit sie mit ihren Enden sich nicht aufluften und jeder Balken nicht einzeln in Schwin-gung geräth oder die Last trägt. Hievon habe ich bereits in den Beyträgen zur Brü-ckenbaukunde die praktische Anwendung gezeigt.

Die geringe Elasticität des Eichenholzes entsteht nun aus der Sprödigkeit undKürze seiner Fibern, so wie auch daraus, dafs es nicht ein solches Harz, wie dieNadelhölzer hat, welches dieselben biegsam erhält, folglich ihre Elasticität bewirkt;wohl aber in seinen saftröhren eine alcalische Flüssigkeit befindlich ist, die seinenFibern eine ziemliche Biegsamkeit und f refsbarkeit aneignet. Dasselbe hat daher weniger