Des Mörtels Emchingskraft, so wie die der steine, zwischen denen er geworfenwird, hängt ab: von der Güte des Kalches selbst; von dessen hinlänglichen Ausbren-nung; dem guten röschen *); der Eestandtheile derer ihm beygemischten Körper;ferner von dem verhältnifs derselben untereinander und zur Masse des gelöschtenKalches; so wie von der tüchtigen Verarbeitung der MÖrtelmasse unter und durch-einander, und endlich von der Beschaffenheit des zum röschen und verarbeiten ge-brauchten Wassers. Folgende Erfahrungen will ich hier anführen, ehe ich die Ma-terie verfolge. Bey dem Bau der Bogenbrücke zu Rosenheim in Baiern wog der bai-erische cubik - schuh ungelöschten Kalches 37 -§ pfund. Beym langsamen röschenwurden 65 maafs, a 2 pfund, wasser gebraucht; und jetzt nahm die Masse 2-f Cu-bik-Fufs ein, und der cubik -rufs gelöschten Kalches wog, 55 pfund.. Der aus Bach-kiesel gebrannte nalch, den man, wenn er eine schwärzliche und gelbe Farbe hat,seifenkalch nennt, ist zum wassermörteFvortrefflich ^ zu 4 cubik-Fufs ungelöschtenKalches wurde 6| fcubik-rufs wasser, dann gelöscht, 14 cubik-Fufs Sand gebraucht,welches 17 cubik-schuh Mörtel gab.
Da der gelöschte oder lebendige Kalch die Kieselerde und alle glasartigen Mate-rien entweder auflöst, oder sich mit ihnen, ihrer pori wegen, innig verbindet: sosind die besten Beymischungs -Materien folgende. Der Trafs **); die pozzulane ***);die dornicksehe Asche ****); die rorzellain-Formen; porzellain selbst; zerstofsenes©las; verglafster xhon; zerstofsene und pulverisirte Dachziegel, Alle diese Materien,wenn sie zerstoßen sind, kommen der vulcanischen Erde oder Asche nahe; die er-stem sind ihr ohne zweifei fast vollkommen gleich. Zerstofsenes Eisen oder schmie-
*) Beym Loschen naufs anfänglich der lebendige Kalch in dem aus Brettern Bestehenden Kalchh asten, auswelchen man ihn in die Kalchgrnbe laufen läfst, nur angefeuchtet werden, damit er so nach und nachauseinanderfällt» Jetzt wird die Masse mit der Krücke auseinander gestoffen und so kommt immermehr Wasser darauf, bis der Kalch vollkommen gesättigt ist. In der crn.be selbst mufs endlich nochWasser gegossen werden, wenn derselbe nicht mit Sand bedeckt und gegen die Einwirkung der Atmos-phäre geschützt ist, weil der Kalch die fixe Luft einsaugt und so wieder zum rohen Kalch erhärtet.
Der Trafs wird in der cegend von Andernach am Rhein aus dem Tufstein - Gebirge genommen. Erhat eine graue, bläuliche oder gelblichte narbe, und bröckelt sich leicht; ist sodann eine vulkanischeAsche, weil der Tufstein ein vulkanisches Produkt ist. Dieser Stein ift leicht und-zu Zimmerdeckenvortrefflich, eben so auch zu Kirchengewölben. Er kann nach allen normen, ohne viele Muhe, ausge-schnitten werden. So wird er in Steinen nach Holland verfahren, aber dort zu Pulver zerstofsen undvermahlen; dann, sonderbar genug, nicht selten, wieder in Deutschland und am Rhein verkauft, alswenn eine solche Trafsmülile eine riexerey Wäre! f Der Trafs wird oftmals mit Thonerde und' Sand ver-fälscht und man liälc daher in Holland die rrafsmüller, besonders zii Dortreckt, unter Aufsicht.
•**) Pozzulane ist eine vulcanische Erde, die in den Gegenden von Civita — Vechia , nom, rozzuoli undHeapel gefunden wird. Von den erstem Gegenden bezieha wir sie nach Venedig, Triest und niume,die braunröthliche ist zu unsern Wasserbauten, die befste.
****) Die Dornicksclie - Asche besteht aus kleinen Steinen, die beym Brennen des Kalchs wirres in der Ge-gend von Dornick abfallen und sieh mit den Steinkohlen Vermischens,
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