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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Schon vitruv Cap. v. db. n. gfebt den aus harten Kalchsteinen gebrannten Kälch vorden aus weichen gebrannten, zu den Mauern, den Vorzug, und will den letztemzur Behleidung verwendet wissen. In der Regel ist diese Angabe auch noch jetztrichtig, aber es giebt Ausnahmen, und smeaton fand bey seinen über den Mörtelangestellten vielen versuchen, das Gegentheil. Einige Kalcharten müssen gleich, nachgeschehener Löschung, verarbeitet werden, wie z. b. der paduanische Kalch, welcherviele Kieselerde enthalt ; andere müssen gelöscht in der Kalchgrube ein Jahr undlänger liegen bleiben. Der zu cement sehr brauchbare und vortreffliche, in Wien aber unbekannte Mährische chorowitzer Kalch mufs z. b. bald verbraucht werden;eben so wie der in Holland bekannte Lütticher Kalch und alle Kalcharten, die zuWassermörtel gut sind, d. i. viel Kiesel-, Thon- und Eisenerde enthalten. Der Bau-meister mufs indessen stets über den Gebrauch des Kalches die Erfahrung anderer©der seine eigne mit Behandlung der vorhandenen Baumaterialien zu Hülfe nehrgen :denn wer alles verfahren einigen wenigen Regeln unterwerfen will, der ist noch we-nig in der Praxis bewandert L

Was das wasser anbetrifft, womit der Kalch gelöscht wird, so ist das auf ne-löschlen Kalch stehende Kalchwasser das beste,, weil es fast keine Kohlensäure ent-hält. Ihm folgt reines Brunnen-, Quell- und Flufswasser. Des Seewassers, so wiedes Wassers aus Flüssen , worin die Fluth des Meeres aufläuft, sollte man sich nurin Nothfällen zum guten Kalch bedienen, wiewohl smeaton, beym sau des Leuehtthurmavon Edystone, dasselbe mit Erfolg gebraucht hat: denn es enthält nicht nur salze ,sondern auch viele Kohlensäure, welche die Auflösung des rohen Kalchsteins stört*).Noch weniger mufs man zum Löschen das Sumpfwasser gebrauchen. Ein gleiches giltbey dem zur Verbindung des gelöschten Kalches mit andern Ingredienzien dienendenWassers, um einen Mörtel zu machen, dazu kann sich des im Sommer einige Tageder sonne ausgesetzten Wassers besser, als des ganz kalten bedient werden. Beykalter Witterung ist auch kaltes wasser gut.

§. 46. Unter mörtel versteht man nämlich eine Masse gelöschten Kalches mitsolchen Substanzen vermischt, die eine Bindung mit demselben zulassen. Erhärtetder Mörtel im wasser, so nennt man ihn einen wa$sermörtel l oder auch wohlcement.

und ist die Masse Jleifsig durcBzurifliren. Bey zu wenigem Wasser verbrennt der Kalch, bey zu vielemverliert er von seiner Bindungskraft. In dem gelöschten Kalch müssen keine einzelne Steinklumpen an-getroffen werden , sondern, wenn man mit einem Grabscheit hinein sticht, mufs der Kalch daran als einweicher Brey hangen. Es ist daher notliwendig, den im Kalchkasten mit Wasser angegossenen und un-gelöschten Kalch, recht umzurühren, und alle einzelne Steine abzusondern»

Belidor 2 ih. §. 307 . sagt indessen, darfs man sich an den Küsten der Normandie des Seewassers, frey-licli beym guten Kalche bediene , und dafs der damit gemachte Mörtel anfänglich nicht so schnell alsder mit süssem Wasser gelöschte Kalch erhärte, aber mit der Zeit viel härter werde. Es kömmt als*bey dieser Vorschrift auf die Güte des Kalches und auf den orad der Saszigkeit des Seeyrassers an.

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