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Alle diese verschiedenen Massen müssen jedoch, weder vom Gewässer geschwän-gert noch unmittelbar auf solchen Erdschichten ruhen, die davon durchdrungen oderauch an Quellen und wasser enthaltenden Anhöhen gelehnt sind, wenn man daraufSchleusen und Bauwerke der Art anlegen soll, ohne einen schwellrost zu errichten.*)Ein Beweis dieses Satzes giebt die peterskirche in Rom . Dieselbe steht nämlich aufein festes Erdlager, welches aber zu einer gewissen Tiefe mit unterirdischen Gewäs-sern geschwängert ist. Daher hat die von den Nachfolgern des sramante gemachteVerstärkung der Fundamente, diesen Dom nicht vollkommen, ohne Sprünge seineswauerwerkes , erhalten können, sondern man war genöthigt, denselben von unten anmit fünf zoll dicken und sieben zoll hohen eisernen Keifen zu umgeben. Der sonstübrigens gute Baugrund, welcher also nicht frey vom wasser ist, kann nur zu demmittelmäfsigen Baugrunde gezählt werden, wozu ich ihn daher classificire.
Zu dem schlechten oder unsichern Baugrunde kann gezählt werden: l) die mitvielem feinen Sande vermischte Erde; 2) der bewegliche oder Triebsand und Flug-sand; 3 -) der weifsliche Mergel; 4) der Torf; 5) die sehr mit Gewässern geschwän-gerten Erdlagen aller Art; 6) das klüftige Geschiebe von weichen Thonschiefer, inwelches sich öfters grofse Höhlungen befinden; 7) der Schlammgrund , und 8) derschwebende - .Morast,
§. 6o. Jede von diesen unter sich verschiedene Arten des Baugrundes erforderteine eigene Behandlung und Gründung des Bauwerke?. Die Untersuchung des Bodens,worauf ein schweres Gebäude angelegt werden soll, gehört daher zu den wesentli-chen speciellen Vorarbeiten eines gründlichen und vollkommene Beruhigung gewäh-renden Bauplanes. Dieselbe kann aber am sichersten durch Abteufung einiger bis10 und mehrere schuh hinabgehender schachte geschehen, weil jede Erdschichte da-durch erkannt wird. Diese Methode, den Grund zu untersuchen, scheint die einzigezu seyn, bey welcher eine vollständige nenntnifs seiner Bestandteile eintritt: denndas mit dem eisernen schratibenförmig sich endenden und unten mit einem Löffeloder einer sich durch dessen umdrehen verschliessenden oefifnung versehene Werk-zeug, Erdbohrer genannt, giebt die Erdschichten keineswegs vollständig, und nurbeym schlämm, zu erkennen, und der Gebrauch von den vorne beschriebenen Son-den ist eben so kostbar, als die Abteufung, wenn sie nicht tiefer als 15 schuh not-wendig ist. Selbst die Einrammung mehrerer probepfähle ist nicht allemal hinrei-chend, die Festigkeit des Bodens zu bewähren, weil das Erdreich weiter unterhalbaus solchen schichten bestehen kann, die längere Grundpfähle erfordern. Die hori-zontalen Erdlagen sind nämlich öfters in einem kleinen Bezirk sehr verschieden inihren Bestandteilen. Zuweilen lehrt auch die Erfahrung , dafs bey einem und dem-selben Bau lange und kürzere Grundpfähle, der Verschiedenheit des Erdreichs wegen,
*) Man sehe im dritten Kapitel die Erklärung des Schwellrostes,