Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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für nothwendig erachtet, und die Regierung war hing und consequent genug, den.Baumeister nicht zu ändern, welches in denjenigen Staaten, worin die ächten Kennt-nisse wenig gelten und nur die Intrigue — nicht geschehen seyn würde.

Thunberg vermied, durch die Erfahrung belehrt, bey dem neuen Damm diehorizontale Auflagerung der hoIz- und Steinkisten auf den Grund, nachdem er denzerstörten Theil des alten Dammes hatte wegräumen lassen. Zuerst wurden in derRichtung des Fangedammes und in . dessen Mittellinie, auf zehn. schuh Entfernung,die pfähle a: Fig. xm. Tab. 83. vertical eingerammt; dann rammte man die pfähle 6 unterienem Winkel von 45 Grad, auf 5 bis 6 f schuh Abstand. Auf diesen pfählen wurdeein Balken a horizontal gelegt; längs diesen — der dazu abgekantet war — rammte manden pfähl c, unter einem Winkel von fünf und vierzig Grad ein, wozu das zwing-geriiste d d , welches mit einem Flofse a in Verbindung stand, gebraucht ward.Hierzu wurden auch scheerentackel angewendet, mit welchen man das zwingegerüste,je nach der Richtung des pfahles, die der parabolischen tinie, wonach der Dammzu liegen kam, entsprechen mufste, hielt. Ueber diese pfahlreihe cc Fig. xxn. wur-den Queerbalken e gelegt, längs welchen Seitenwände, zwischen denen ein Bodenkam — um den Zwischenraum mit steinen anzufüllen — gemacht wurden. Nachdieser construction wurde das Ganze auf die' vordem pfähle herunter gelassen ; hier-über kamen wieder horizontale Hölzer und dann Rammpfahle /. Ueber diese aber-mals horizontale nölzer, welche auf eine sehr sinnreiche Art mit langen mit Hackenversehenen Holzern herunter gelassen, und mit Nägel befestiget wurden. Ueber dieserammte man endlich die Spundwand g, deren Fugung in Fig. 24 und 25. angezeigtist, ein. Der untere und vordere lheil des Dammes wurde in i, Fig. xxn., mit Erdeangeschüttet , die man fest stampfte.

So war nun der neue Fangedamm beendigt, der dem Andrange des Wassersvollkommen wiederstand. Nachdem das Wasserbecken hinter demselben , auf zwölfschuh Tiefe, mit paternosterwerken oder pumpen ausgeschöpft war, wurde, auf 25schuh Abstand von diesem Damme , ein kleiner Fangedamm Fig. xxm. errichtet, dergleichfalls eine Spundwand g g und eine Erdanschüttung i erhielt. Dafs vor demFangedamm ein Bockgerüste (Fig. xxl.) stand, um die wogen zu zertheilen, ist be-reits gleich anfangs erwähnt worden.

$. 81. Die zwey Methoden, welche bey Aufführung der Mauerwerke in dem vonden bekannten und vorne beschriebenen Fangedämmen gebildeten Baubezirk oder ingezimmerten Kästen, statt finden , hat der Ingenieur Tardif in seiner „Nouvelle me-thode d’ encaissement pour fonder facilement et solidement“ vereinigt. Nach diesemVorschläge (siehe iah. 8g. Fig. 47.) wird eine Dammkiste auf dem Lande gezimmert,welche nicht nur den Baukörper oder das aufzuführende werk umschliefsen , sondernauch den äufsern Theil von dessen Fundirung ausmachen soll. Begreiflich mufs ihreconstruction, wenn man auf einen sehlamm- oder sandgiund bauen will, dergestalt

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II. Bd.