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§. 88» Dafs auf einem festen Gfuiido, selbst ohne schwellroste, schwere Gebäudeaufgeführt werden können, beweifst die Kirche de la jnagdalaine zu Paris . Sie istauf eine 4 § schuh dicke feste Erdschichte aufgemauert. Der Baumeister contant zogdieselbe einem nager von grobem sand vor, wo man doch über diesen letztem dienicht weit davon stehenden Gar des - meuhles erbaüete. Auf der schichte des natür-lich gewachsenen Bodens wurde ein 32 zoll hohes nager von Werkstücken, die manmit eisernen Klammern untereinander verband, gelegt. Eine Methode, die der beyrnneuchtthurm von Edystone mit steinernen r,ollen , weit nachsteht. Auch die rarochial-Kircbe zu st. Germain en taie wurde ohne nost und nur auf ein festes sandlager*das sich zu einer riefe von neun schuh fand, erbauet. Unten legte man großeWerkstücke und führte dann ein Gemäuer von Bruchsteinen auf. Auf die nämlicheWeise ist auch der quay de VHorloge zu Paris Tab. 6?. gegründet worden.
$. 89 - Unter den schleusen, die ohne nost auf den natürlichen Boden angelegt sind,ist die stauschleuse zu cherbourg (t. 94. f. 9) die gröfste. Ihr Fundament wurde im Jahre173 Ö folgendermaßen gelegt. Nachdem die Baugrube mit einer dreyfsig schuh dickenAbdämmung umgeben war, auf deren äufseren Böschung Verzäunungen gemacht sind,zwischen denen steine geworfen wurden, damit der Da mm den Anfällen der seewo-gen widerstand leisten konnte: so wurde dieser Bauplatz 16 Schuh tief ausgegraben.Nicht weit davon wurde ein Bassin zur Aufnehmung des von den sehöpfmaschinenaufgeförderten wassers angelegt, welches ein ziehschü-tz erhielt, wodurch das Was-ser, während der Ebbe, abflofs. Um die grofse, stündlich 180 cubik - Klafter betra-gende wassermasse 16 schuh hoch zu gewaltigen, wurden fünf Maschinen mit senk-recht hangenden Eimern , vier schaufelwerke und einige pumpen errichtet. Die letz-teren wurden jedoch des vielen Quellsandes wegen, der sie verstopfte, nur kurzezeit gebraucht. Wiewohl der 16 schuh unter der Ebbe liegende Boden für feste genuggehalten wurde, um die 52' dicken und 25 schuh hohen schleusenmauern zu tragen,
man durch Stangen, welche mit Seile Gebunden werden, zusammen hält, gestampft ist. Sind die ver«tical aufgefiihrten zwey Schuh dicken Wände fertig, und mit einein eisernen scharfen Grabscheit dieUnebenheiten abgestochen: so werden die Fensteröffnungen aus dieser Masse herausgeschnitten und mitZiegel gemauert. Solche Moorerde oder die Erde mit scharfen Sand vermischt, heilst croatisch Czernyjnsek (schwarzer Sand). Sollte man nicht auf die Vermuthang gerathen, dafs diese Bauart originel cro-atisch ist: denn in Frankreich wird sie pise' genannt; und wir Deutsche sind so gefällig sie mit Pise-Bau zu bezeichnen! Warum wollen wir sie nicht den Erd-Bau nennen? Der feine schwarze Sandmacht, dafs solche Wände ganz trocken sind und keine Feuchtigkeit oder Nässe einziehen, und die Erdebewirkt die Consistenz. Lehm und gelblichter Thon taugt aber nicht, weil die davon gemachtenWände springen, die Feuchtigkeit einziehen und Ungeziefer beherbergen. Die von schwarzer Moorerde(wenn solche auch Vegetabilien enthält) gemachten Wände werden sodann, wenn sie Anfangs Frühlingsgemacht sind, erst im Augut mit Mörtel beworfen und geweifst, damit sie recht austrocknen. SolcheHäuser stehn 150 Jahre und kosten eine Kleinigkeit, während die ausgetrockneten Lehm-, Ziegeln undPatzen und von Lehm gemachten Wellerwande in 3 o Jahren verfallen, Ich würde diesen Erd - oderschwarzen Saudbau zu den kleinen Wohnungen für Schleusenwärter und Wehrmeister bestimmen.