56t>'
»offen liegt. Alsdann läfst man einen 2 bis 4 zoll dicken elank-enboffen 2. rig. 26 »in den schacht hinab und schüttet darauf guten Mörtel und Mauerschutt, auch kleineBruchsteine und führt dann darauf eine solche eufsniauer in den senkschacht auf. Beydes senkpfeilers Mauerung, so wie bey der Ausfüllung des Schachtes, mag der Be-dacht dahin genommen werden, dafs man.das Gemäuer nicht so schnell hintereinan-der aufführe, so dafs der Mörtel ' keine zeit hat gehörig anzuziehen. Zum belstenist es, wenn die runde Schachturnier etwas austrocknet, ehe man sie senkt. Dazumufs man sich eines guten eeinentes oder rrafsmörtels und gut ausgebrannter ziegelbedienen. Wo sich Quellwasser einstellt, mufs man dasselbe mittelst einer pumpeoder eines paternosterwerkes aus den schacht schöpfen. Die iviauerausfüllung dessel-ben kann aber auch im wasser geschehen, wo man dasselbe dadurch hinauf und ausdem schacht treibt.
87. Da, wo das Erdreich fiel wasser durchl'äfst, und Spundwände nothwen-dig werden, um das Seitenwasser vom innern Körper des Bauwerkes abzuhalten,dürfte man sich der senkpfeiler schwerlich bedienen können, weil alsdann ein festerGrund nur durch Einrammung von Grundpfählen, und zugleich durch Anfüllung vonsteinen und Mörtel oder steinstücken zu erhalten ist. Auf einem nachgehenden Bodenwürde aber der senkpfeiler sieh ungleich und tief senken; auch da, wo flicssende»Wasser längs den Schächten hinstreicht,, ist derselbe nicht anzurathen. DergleichenSenkschächte sind daher wohl nur in einem mittelmäfsig festen Boden in Anwendung,zu bringen. Bey schleusen miifste man dieselben, etwa dem Boden gleich, ai^fführenund mit umgekehrten Gewölben, je zwey solche pfeiler verbinden. Unter den neue-sten Schriftstellern hat Gilly diese Bauart in seiner Schrift: über die Erbauung derGebäude auf gemauerte Brunnen, 1804, in Quart, 30 seiten, zuerst in Deutschland wieder in Anregung gebracht, und den Bemühungen, welche der Herr George in Ber-lin , beym Bau einiger Gebäude anwen’dete, indem sr dieselben auf solche senkpfeilererrichtete, die gebührende Gerechtigkeit wiederfahren lassen. Nach Gilly kommt die-sem in Deutschland diese Erfindung zu , und es ist billig, dafs davon auch hier Er-wähnung geschieht, da die deutschen Schriftsteller nur selten ihren Landsleuten Ge-rechtigkeit wiederfahren lassen *)„
*) Es geLt uns Deutschen mit mehreren nützlichen Erfindungen so. Wir sind stets geneigt dieselben denrranzosen oder Engländern zuzuschreiben, während wir sie entweder bey uns oder doch in benachbar-ten Ländern, mit nutzen angewendet finden. Seit einiger Zeit hat man nämlich viel in Deutschland über den Landhäuserbau. mit Erde geschrieben und denselben für eine Erlindung der Franzosen ausgege-ben. In Mähren , insbesondere oberhalb und unter GÖdingen, an dem Marchtlusse, ist derselbe aber beyden Croaten und Slawacken ganz einheimisch, und man trifft dort ganze und eine zahllose Menge Dör-fer an, deren Häuser von Erdwänden erbauet sind. Man bedient sich dort zu dieser Bauart, auf dieeinfachste Art, der schwarzen mit Sand vermischten Moorerde oder der fetten Garten - reich - Erde unddes slufsschlammes, Welches sie mit l/3 sehr feinen scharfen Sande rnischon, Diese, während des Baues,etwas angefeuchte Masse wird steinhart, nachdem sie lagenweise zwischen zwey Bretterwänden, di«