Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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schräge eingesehlagen, und werden von dem Joche stromaufwärts einige pfähle vordem Eisgänge in einer schrägen Stellung eingerammt r so heissen diese Eispfähle,

weil sich daran das ei's brechen soll. Die spundpfähle habe ich bereits Seite 549 »

umständlich erklärt, so dafs ich darüber hier nichts mehr zu sagen habe.

$.100. Wenn man die Bestimmung dieser verschiedenen nammpfähle erwägt,so ist es einleuchtend, dafs die Grundpfähle nicht so stark wie die stützpfähle seyndürfen, weil diese letztem der Luft, dem Eise und wasser,, ja öfters auch dem,Bohrwurm, mithin der Abnahme ausgesetzt sind. Die stärke der stützpfähle mufssieh nach ihrer ränge richten. Nach meiner Erfahrung mag dieselbe von einem»fahle von i8 Schuh Länge in der Mitte 8 zoll betragen, und für je 5 schuh Länge

einen zoll an stärke zuaehmen.. Indessen wird der Ingenieur immer gut thun, die

stützpfähle so stark als möglich und schwere Rammklötze zu ihrer Einrammung zuwählen. Di e Grundpfähle sind stark genug, wenn sie in der Mitte eine nicke vonf) zoll haben , nämlich bey 10 bis 12 rufs Länge , und einen zoll stärker, bey jederKlafter, die sie länger sind. Die spundpfähle macht man vierkantig, die übrigenpfähle müssen rund bleiben , nachdem die Rinde und der Bast davon genommen ist rwenn sie nicht vor einer Spundwand hergeschlagen werden. Das vierkantige Behauenist nämlich der stärke der pfähle nachtheilig, weil es ihnen die befsten Holzfiberabenimmt. Auch hindert es das Eindringen der Rammpfähle, und setzt dem Eise undWasser scharfe'Ecken , also eine'gröfsere Angriffsfläche, entgegen. Matihieu soufsein dessen von de la nire heraus gegebenen Traite de charpente hat daher eine fürdie Praxis nachtheilige Vorschrift gegeben, indem er die Rammpfähle gekantet wis-sen will. Da der splint des Holzes immer noch ein fünfzehn Theil an widerstandvon dem Kernholze, ausübt, und eben so wenig als dieser fault, wenn derselbe inden Grund steht, wie z. b. beym pfahlgrunde, oder wie es bey den Brückenbau seyn.sollte, mit Planken versehalt, folglich nicht der Luft ausgesetzt ist r so mufs man den-selben nicht weghauen.

Bey den Rammpfählen müssen da , wo der Grund nicht aus schlämm und wei-chen ihon besteht, die pfähle immer eiserne schuhe erhalten, und ich verweise des-wegen auf das Seite 434 bis 443 vorgetragene , wo ich auch über die zu wählendeschwere der Rammklötze die nöthigea Vorschriften gegeben habe.

§. 101» Bey allen pfahlgründungen und bey dem Einrammen der stützpfähle istdie Bestimmung wichtig, wenn man mit dem Rammen aufhören solle. Man sagtnämlich , der pfähl stehe alsdann feste , wiewohl er mit 30 Rammschlägen immernoch etwas einrückt. Den pfähl bis zum stehen einrammen, heifst nämlich so viel,dafs der Ingeni eur ihn für feste stehend erklärt, wenn der pfahlrost ein darauf auf-suführendes Gebäude trägt, ohne tiefer in den Grund einzudringen, oder dafs eine