20. ) Mauern aus grofsen Wertstücken , mögen in ihrem hinteren Theil, wenn«s Stützmauern sind, oder in ihrem Innern , wenn es freystehende Mauern sind, alsz. b. die Brücken- und wehrpfeiler, aus Bruchstein- oder ziegelgemäuer, oder auchaus einer aus Kiesel und dünnen Mörtel bestehenden Füllmasse, die, so weit das ge-wöhnliche Wasser es bespühlt, noch mit Gement oder frisch gelöschten nalch unter-imischt wird, bestehen. Diese Füllmasse mufs nach und nach in dem hohlen Raumeingegossen werden, so wie die Umfassungsmauer empor steigt, weil sie auf dieseweise trocknet, und einen festen Körper abgibt. Schon vitruv klagt über das ver-fahren der Römer (dbr. n. c. vui.), nach welchem die Futtermauern geflissentlichhoch aufgeführt wurden, ehe das aus zerbrochenen Steinen und Mörtel bestandenematerial eingefüllt wurde. Dieses i«auerwerk kann man mit den Griechen das Gefüllte-mauerwerk (Emplekton) nennen, die jedoch das ihrige förmlich mit Kiesel und Bruch-steinen , im Innern , ausmauerten, welches auch immer das Rathsamste ist, sobaldman hohe Mauern auiführt. Werfen die Maurer Füllmaterial ein, welches nicht durcheinen guten Mörtel, oder frisch gelöschten Kalch oder cement verbunden ist, und■wird die obere Lage nicht dergestalt mit Werkstücken gedeckt, dafs kein Wasser indiese unter sich nicht verbundene Füllmaterie eindringen kann, so geht das Wasserhinein r und prefst die Futtermauern auseinander, wovon ich seyspiele gesehenhabe.
21. ) Werden diese letztem, und überhaupt Mauern aller Art, blofs von Bruch-steinen aufgeführt, welches Mauerwerk die Griechen und Römer das ungewisse nann-ten , so mufs man vorzüglich um einen guten Mörtel und einem guten Anwurfe be-sorgt seyn, denn beyües mufs die Verbindung des Mauerwerhs bewirken, und dieschädliche Einwirkung der Witterung entfernen. Ehe ein solches Mauerwerk ausge-trocknet ist, darf es nicht mit Kiesel und Mörtel ausgefüllt werden, und man wirdimmer besser thun: auch das Innere der ganz freystehenden Bruchstein - Stauern da*von aufzumauern , als blofs die umfassungswände des mauerwerks und da^ Innerefüllen zu lassen.
22. ) Sowohl die Bruchstein- als solche ziege!-Mauern, die nicht aus vorzüg-lich festen ziegein gebrannt sind, müssen einen iraueranwurf erhalten, der aus dembefsten Mörtel, wozu man sich auch der Eisenschlacken, der Kohlen und des Tufstein-sandes, als Beymischung bedienen kann, bestehen mufs. Dieser Anwurf ist jedochnur dauerhaft, wenn man ihn erst aufträgt, nachdem die Mauern vollkommen aus-getrocknet, ausgefroren, und die salze daraus gezogen sind. Man warte daher we-nigstens einen Winter über und mache ihn erst im folgenden Sommer, bey feuchterWitterung, weil er dann besser in die steine eindringt, und sieb gut darauf streichenläfst. Dieser Anwurf kann, wenn er glatt gestrichen wird, mit gesottenen Gel bestri-chen werden, um der Witterung desto besser zu wiederstehen. Soll die mauer raubbeworfen werden, und besteht dieselbe aus Bruchsteinen, die viel Salpeter ©der salze
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