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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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132. Bey canälen ist die Anlegung einer hinreichenden Anzahl seitenahlässe,die aus schützen, Balkenwänden und Drehthoren bestehen, oder mit Aufziehzapfengeschlossen werden können, äusserst wichtig und die Erfindung: das wasser der ca-näle bis zu einer gewissen Hohe durch Heberförmige - Ablässe (epanchous ä Siphon)zu erhalten, und das überflüfsige, ohne zuthun des canalwärters, bey Zeiten abzu-lassen (Tab. 80. Fig. iv.) ist äusserst nützlich, und ich würde sie hier beschreiben,wenn sie nicht zu dem canalbau, also zu dem nächsten Abschnitt, classificirt werdenkönnten 1

$. 133. Die den canälen das klare wasser zuführenden ueberlässe sind mitden gewöhnlichen ueberlässen einerley. Solche zufuhrungs - oder zuleitungs- wehresind fast an allen canälen anzutreffen, weil das von dem zuleitungsgraben mitge-brachte Material nicht in den canal stürzen darf, daher des Wassers Geschwindigkeit,in der fnähe des canals, zu massigen ist. Wie pcrronet solche wehre an dem ange-fangenen canal in Bourgogne erbauet hat, zeigen Fig. vii. a, b und c, Tab. 80. Andem canal in Languedoc sind sie, wie Fig. 10. und n. Tab. 7Ö. zeigt, gemacht, undwenn sie Schlammbehältnisse hinter sich haben, so nennt man sie dort cales.

§. 134. Die wehrdämme , t eichdämme oder staudeiche (neversoirs) habenbeym canalbau die Bestimmung, dem wasser keinen ueberfall, sondern einen Durch-lafs durch des wehrdammes Körper zu gestatten: weil sie dasselbe in sammelteicheii(Bassins) aufstauen, um den einen rheilungspunkt habenden canal , wenn derselbeaus einem Flusse oder Bache nicht gespeifst werden kann, mit wasser zu versorgen.Man kann also dieser Bestimmung wegen sie nicht blofs mit nammerde aufführen,sondern mufs darin Holz - oder steinbaue anlegen, um auf verschiedenerley Artendas gestaute wasser unschädlich für dieselben ab- und in den reit- oder speisecanalzu führen. Die oeffnungen, welche in solchen wehrdämmen nothwendig sind, wer-den daselbst, wo es an Steinen fehlt, aus Balkenwänden und Holzkästen erbauet,nämlich auf die Art, wie man sie bey den Holzschwemm - Einrichtungen antrifft. Inder Mitte solcher oeffnung, die im Mittel 10 Fufs betragen mag, wird ein nrehthorangebracht, oder es werden an einen Mittelständer, mittelst Tannenwurzeln, die zu«legebalken befestigt, so dafs zwo Lager solcher Balken zwischen den Fugen des Mit-telständers und denen der Seitenwände eingelegt werden, wenn das Bassin bis aufeine gewisse Tiefe abgelaufen ist. In der Fuge jeder Seitenwand wird, sobald die Ab-fassung des im Eassin befindlichen Wassers vor sich gehen soll, ein mit einem stielversehener Keil, dessen länge der uöhe der oeffnung angemessen ist, hinunterge-trieben, wo sodann die Einlegebalken aus der abgerundeten Fuge herausspringen,und das wasser abfliefst. In den Seitenwänden eines solchen Baues macht man auchkleine Aufziehschütze, um anfänglich die obern wasserschichten des Bassins abzulas-sen. Auch wird zuweilen nur eine Abtheilung von Einlegebalken gemacht, wenn dieoeffnung nur 4 bis 8 Fufs seyn darf.