Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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§ 1 ?

daher beschlossen wurde. Dieses- wehr staute den 33 Wasserräder treibenden Strom,bey einem wasserstande von einen schuh 10 zoll über den niedrigsten stand desWassers, (nachdem am 3ten May 181Q vorgenommenen Nivellement), sieben schuh hoch; den hohen Strom aber achtzehn schuh.

Solche ueberfall - wehre , wie das obere vr und dieses nauptwehr a b & habenüberall gro-fse Nachtheile hervor gebracht, da es ihnen an Grundablässen fehlt, durchwelche die Hochgewässer einen ungestörten Ablauf erhalten. Ich suchte daher (mitdem neuen wehr) diese Nachtheile zu vermeiden, und dem hohen ström: einenfreyen Abflufs zu verschaffen, den niedrigen aber, zum Betrieb der Maschinen, auf-zustauen !.

§, 142. Bevor ich den Entwurf des neuen Wehres ausarbeitete, waren über dieAnlage mehrere, aber auch sonderbare Vorschläge gemacht worden, a) Der eineFrojectant wollte alle bey Landshut liegenden Mühlen und vom wasser getriebenenGewerbe, cassiren , dem ström seinen freyen rauf lassen, und an einen mehrerestunden lang zu führenden canal, diese Maschinen erbauet wissen, b) Andere woll-ten in der Mitte des neuen wehres die rlofsfahrt legen., derselben eine weite vonfünfzig schuh geben, an der einen Seite ein. ueberfall-wehr, und an der andernzwey Schiitz-oeffnungen, jede zu 35 schuh weite, machen, c) Ein dritter Abge-schickte, wollte auch den rlofsablafs in die Mitte, zu fünfzig schuh weite, machen,und au jeder Seite zwey oeffnungen, jede von 42 schuh weile, die man mit Aufzieh-Schützen verschliefsen sollte, anlegen. Wird aber ad a) erwogen, dafs, wiewohl diegänzliche wegnahme des wehr» das befste Mittel zur Abwendung der ueberschwem-mungen ist, doch die Anlage eines neuen canals und die Erbauung so vieler Mühlen,wenigstens 400,000 fl. erfordern, und darneben der Stadt Landshut ein grofser Nach-theil zugehen würde, indem sie ihr Getreide auf einer weiten Entfernung zu denwühlen verfahren müfste, so zeigt sich die unausfuhrbarbeit dieses Projektes, ad b)Ist erstens die oeffnung von 50 schuh zu dem rlofsdurchlafs , des niedrigen wasser-standes wegen, zu weit, indem dadurch die Mühlen eine zu grofse wassermenge ver-lieren müfsten. 2) Die Lage der Durchlässe, in der Mitte des wehres, würde denxhalermühlen so wie der Schleifmühle sehr nachtheilig gewesen seyn, weil ihr Mühl-canal ganz aufser dem Stromzuge läge, und daher die Mittelwasser vor demselbenKies und Sand anschwemmen müfsten. Dieser so bedeutende Nachtheil für die be-sagten Mühlen ist auch ohne zweifei die Ursache gewesen , dafs man den Flofsablafsvon der rechten zur linken Seite verlegt hat.. 3 ) Müfste man einen mitten im Flufsbettegelegten rlofsdurchlafs mit zwey den Strom leitenden Dämmen auf Tausend schuh und mehr abwärts verlängern, wenn dessen Ausmündung sich nicht erhöhen und mitKiesel verstopfen sollte, weil der dadurch fliefsende Strom sich nach beyden seitenausbreiten würde, welches die tägliche Erfahrung lehrt. Ein sehr wichtiger umstand,woran aber die rrojectgeber nicht gedacht haben. Der Grundbau dieses projectirlen11 , BJ, 78