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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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jetzt dergleichen auf dem canal ©Imweit strafsburg , die von rauban angelegt sind ;so gibt es, auf dem canal von roing, 17 schleusen, deren wände aus Erde bestehen,und . die nur mit steinen gepflastert sind. Auf dem tinow-cancil haben einige Schleu-senkammern wände aus raschinen, die aber natürlich wenig Jahre dauern, weil dasEuschholz stets der Luft, dem Hegen und. der sonne ausgesetzt ist,. Diese construc-tionen machen es gleichwohl nothwendig, dafs wie bey den massiven oder hölzernenschleusen, das ober- und unterhaupt dergestalt angelegt werde, damit kein äufse-res wasser in die Schleusenkammer eindringe, denn sonst würde ja der nuin desWerkes bald erfolgen; folglich müssen alle schleusen, die nicht auf einem festenBoden erbauet werden können, einen rfahlrost und Spundwände erhalten,

$. 180. Die Hohe der seitenmauern (Bajoyers) oder schleusenwände, richtetsich eines xheils nach der Hohe des wassers in oder vor der schleuse , und anderniheils nach der Höhe des Terrains , worin sie erbauet wird. Ueberwölbt man dieSchleusen , wenn sie unter einen Damm durchgehen, so mögen die seitenwände ei-nen schuh höher als die auszulassende wassermasse steigt, wenn man die schleuseöffnet, gemacht werden; oder sie müssen wenigstens so hoch seyn, dafs zur zeit,wenn ihr Boden vom wasser befreyet ist, ein kleiner Arbeiter durchgehen kann, umdie Ausbesserungen vorzunehmen, Die wände der canalschleusen müssen wenigstenszwey schuh über den höchsten wasserstand des canals, und die der offenen see-schleusen 2 bis 3 schuh über die hohen sturmfluthen reichen; wenigstens mit dem-jenigen Theil, worin das Sturmthor liegt, wie Tab. 75 u. 78. Fig. 4. zeigt.

Wenn eine canalschleuse oder ein schleusenfall von mehreren schleusen einenserg durchschneidet, oder am Abhang des Berges angelegt werden mufs, so kann vielan Mauerwerk erspart werden , wenn auf beyden seiten der schleuse eine dreyfsigschuh breite Fläche aus dem Berge abgehoben wird, und von dieser an, Erdböschun-gen so weit hinauf gehn, dafs die Erde nicht nachfällt, weswegen der Leser aufden Deichbau verwiesen wird.

$. 181. Ueber die nicke der schleusenwände herrscht bis jetzt noch eine gro-fse ungewifsheit, und man ist mit derselben eben so wenig als mit der Bestimmungder stärke aller übrigen Euttermauern, welche dem Druck der Erde widerstehen sollen,theoretisch im Reinen. Schwerlich läfst sich hierüber eine in der Praxis anwendbare Kegela priori ausmitteln, wenn die Erfahrung und die bey natürlichen Erdwänden jeder-mann vor Augen liegenden Thatsachen nicht in Betracht gezogen werden, die darinbestehen : dafs das natürliche Erdreich häufig vertical steht, ohne herab zu stürzen,folglich dessen Abrollen unter einem gewissen Winkel nicht absolut angenommenwerden kann. Bey den schleusen finden wegen Bestimmung der Mauerdicke zweyFälle statt: Es sollen a) die seitenwände eine Last tragen, wie dies der Fall beyschleusen, die unter Dämmen und strafsen Weggehen, ist, b) oder sie tragen nur