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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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§. 182. Unter den Schriftstellern ist es Beiidor, welcher über den Bäu derSchleusen mit der vorzüglichsten sachkenntnifs geschrieben hat, aber nichts destoweniger ist er über die Dicke der schleusenmauern nicht mit sich einig. Wir wol-len ihn hierüber selbst hören. Er sagt Tome 11. $. 127. : „Es ist sehr schwierig,über die Bestimmung der Dicke von den seitenmauern der schleusen eine Regel festzu setzen, denn auch bey den besten schleusen herrscht hierin eine auffallende Ver-schiedenheit, wiewohl die Baumaterialien von gleicher Güte sind“, (man sehe die vor-stehende Tabelle), „dies sey alsdann kein wunder, wenn die Beschaffenheit der Bau-materialien, bey den verschiedenen schleusen, von einander abwiche. Man hat auchbey dieser Bestimmung nicht auf dasjenige, was die Theorie von dem Druck des Was-sers gegen Mauern lehrt, zu achten; sondern vielmehr auf wohl geprüfte Erfahrun-gen. Nachdem ich über diese reiflich nachgedacht: so bin ich der Meynung, dafsdie Dicke der schleusenmauern der Höhe des in der schleuse stehenden Wassers gleichgemacht werden sollen ; insonderheit bey schleusen, durch denen Kriegsschiffe ge-hen, *) wiewohl einige Kunstverständige dafür halten, dafs sie sich nach der weiteder schleuse richten müsse, denn manche schleuse, die nur 2Ö schuh breit ist, hateine eben so grofse Hohe Wassers auszuhalten, als andere von 40 bis 4Ö schuh.Noch weniger ist diese Regel bey Inondationsschleusen, die sehr breit gemacht wer-den, in Anwendung zu bringen etc. Uebrigens stelle ich der Klugheit derer anheim,die schleusen zu bauen haben, diese Mauern, je nach der Beschaffenheit der Mate-rialien , dicker oder dünner anzulegen.“

Nachdem Beiidor an einem andern orte im Allgemeinen den Druck des Wassersvon der einen Seite, und den des Erdreichs von der andern gegen die schleusen-mauern betrachtet hat, so gibt derselbe 145. folgende Formel. „Es sey die Höheder schleusenmauer = b ; die wasserhöhe in der schleuse = a : so ist die iviauer-

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dicke y l/' ——, welche Formel gar sehr von seiner oben gegebenen Regel ab-

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weicht, denn bey einer wasserhöhe von 15, und einer Mauerhöhe von 18 Schuherhält man: nur eine Mauerdicke von 6 Fufs 1 zoll. Er corrigirt daher diese Regeldadurch, dafs er §. 147. sagt: „Hat man diesen Ausdruck des Moments der Kraft,welche auf eine Mauer im Stande des Gleichgewichts wirken soll, so mufs man dasErhaltene um so viel, als nach Beschaffenheit der Materialien erachtet wird, damitder von der Mauer zu leistende widerstand vergröfsert wird, selbst vergröfsern. Es

eine

ist daher

Formel, die man in der Praxis sicher gebrauchen

kann.“ Dieses und das, was Beiidor in den nächsten §. noch vorträgt, ist daherschwankend, wiewohl es ein Bestreben verräth, eine allgmeine Formel aufzufinden.

*) Es ist die Wassertiefe in diesen Schleusen über 22 Schuh, und das wäre eine ungeheure Dicke, welchegleichwohl einige Schleusenmauern , unnöthiger Weise, haben.