Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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werden. 4) Zur Ausfüllung des Raumes, welcher hinter einer Futtermauer, nachdemsie aufgeführt ist, entstehet, oder zwischen zweyen solchen Mauern, braucht nichtin allen Fällen Erde genommen zu werden, sondern in solchen Gegenden, wo manreisen abzusprengen genöthigt ist, um die strafse anzulegen, oder wo ein guter Füll-grund vön Erde nicht angetroffen wird, selbst dieser so viel als steine kostet, dabediene man sich zu diesem Behufe der steine. Die damit bewirkte Ausfüllung wirdauch eine trockne strafse machen, weil die durch die obern steinlagen etwa durch-gedrungene Nässe zwischen die steine besser als durch eine feste Erdmasse durch-sickern kann. 5) Um die Solidität hoher Stützmauern zu vermehren, lege man vonder Stützmauer unter dem steinbau des Dammes, eine Queermauer als Strebepfeiler tund zwar auf vier bis sechs Klafter Abstand an. Diese Strebepfeiler können vonschwächeren Dimensionen als die Stützmauer seyn, und erfordern eine sorgfältigeAusfüllung von steinen oder guter rüllerde, damit das Ganze eine solide Masse aus-macht, und sie selbst durch das Erschüttern, welches die schweren Fuhrwerke ver-ursachen , nicht ausweichen, sondern in der festen Erd - oder Steinmasse eingehülltstehen. 6) Damit die Futtermauern von dem längs denselben hinlaufenden Gewäs-sern nicht unterspühlt werden können, so mufs ihr Fundament zwey bis vier schuhtiefer als die sohle des Grabens oder Baches, der in ihrer Nähe streicht, gelegt wer-den und das Bergwasser wird mittelst Aqueducte durch die Mauer geführt. 7) Um denSchwerpunkt einer Stützmauer mehr nach der innern als äussern Seite zu verlegen,und auf diese weise die Wirkung von dem Drucke des Füllgrundes auf die Mauer zuvermindern, so gebe man dein Fundament nicht eine horizontale, sondern eine geneigteLage. Jetzt kehre ich zu den schleusen zurück.

§. 184. Zur Festigkeit der xhore ist es auch nothwendig, dafs die xhoranker in einegute solide Mauer, wo möglich aber in zwo Werkstücken von 3 bis 8 schuh Länge,je nach der Gröfse des Thorflügels, liegen, die zwey bis fünf schuh breit und 1 bis4 schuh hoch seyn und mittelst zwey steinernen Dollen von 8 bis 12 zoll Länge und6 zoll stärke verbunden seyn mögen. Hieraus geht hervor: dafs die Breite der schleu-senmauern an der stelle, wo die xhoranker liegen, wenigstens drey bis 8 schuh be-tragen müsse. Also auch nach der Breite und Höhe oder der schwere des Thorflügelsrichtet sich die nicke der schleusenmauern in ihrem obern Theil, d. i. an dem ober-und unterhaupte der Schleusenkammer: weil schwerere xhorflügel längere Anker alsleichte erfordern.

185. Alle diese Rücksichten verbieten uns die von nelidor 2 pars §. 352. und vonGautier in seinem Traite des ponts, über die Hohe und Dicke der Mauern gegebenenVorschriften, in Anwendung zu bringen. Ja, es ist auffallend, welche Verschieden-heit auch hierin bey den bekanntesten schleusen statt findet *), Da, wo also dieThore nicht zu schwer gemacht und die Mauern aus guten Materialien und recht

*) Folgende 'Tabelle zeigt dies deutlich.