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zurückgebliebene Wasser zu Eis frieren, und dieses würde die steine sprengen, denMörtel aber auflÖsen.
Die Erfahrung lehrt nun, dafs wenn die aus guten Materialien gemachtenSchleusenmauern, noch da wo sie vom wasser benetzt werden, (bey kleinen schleu-sen) eine Dicke von zwey, bey grofsen von drey schuh haben, dieselben nicht vomWasser durchdrungen werden; das heilst, wenn sie von ziegein und wasserdichtenMörtel gemauert sind. Bey Bruchsteinmauern kann man einen schuh zugeben, wie-wohl einige bestehende schleusenmauern diese nicke nicht haben. Diese Regel kannjedoch anderer Rücksichten wegen, als z. b. wegen der Thoranker und der nöthigenStärke der Mauern nicht allemahl in Ausübung gebracht werden, und sie gilt nur inHinsicht des Durehdringens vom äussern wasser.
§. 187. Wenn man diese verschiedenen Ansichten, so wie die Erfahrung zuRathe zieht, so ist l) bey ziegelmauern für ihre Rückseite eine Böschung von -f, beyBruchsteinmauern f der iiöhe hinreichend. Bey den besten steinen und besten roz-zolan-, irafs - oder cementmörtel ist die Böschung beym ziegel - Mauerwerk bey
letztem f- genug, wenn nämlich die Mauerhöhe 18 schuh beträgt. Ist dieselbe abermehr: so mag die Böschung respective ^ und * seyn; jedoch nur in dem Mauer-stück, welches tiefer als 18 schuh unter der Oberfläche der Mauer liegt. 2) DieseBöschung ist jedoch in zwey oder drey Absätzen, wo jeder Absatz Q bis 18 zoll er-hält, zu vertheilen, a) weil sieh das Mauerwerk auf diese weise besser arbeiten läfst,b) dadurch verhindert wird, dafs auf die Mauer nicht ein Erdkeil seitwärts druckt,dessen Druck auf einer schrägen Mauer statt findet, welcher Druck aber auf eine mitverticalen Absätzen versehene Mauer nicht so statt hat, folglich dieselbe nicht seit-wärts auszudrucken strebt. Endlich wird 3 ) auf diese weise mit Absätzen zu mau-ern , das durch den piillgrund etwa eingesickerte wasser *) neben der Mauer im Erdbo-den elnsickern, wo es doch, wenn eine schräge Mauer viel Erde auf sich ruhen hat,in die Mauer seihst eindringt. Bestimmungsgründe genug, welche das bisher in Pra-xis an den befsten schleusen beobachtete verfahren: die seitenmanern, im Innern, mitAbsätzen, nicht aber schräge zu bauen, rechtfertigt. Damit nun die Thoranker in diemauer zu liegen kommen, so ist der erste Mauerabsatz zwey schuh oberhalb densel-ben zu machen.
§. 188. Die scMeusenwände erhalten vom Boden der schleuse angereehnet, eineHohe wenigstens von acht bis höchstens dreyfsig schuh (die schleuse bey Bussingen,als die höchste, welche ich kenne, hat 30 schuh Mauerhöhe). Ich will daher dieMauerdicke der seitenwände zwischen dem ober - und unterhaupte nunmehr* in Be-ziehung auf die befsten Anlagen der Art, die allen Einwirkungen der Luft, des Fro-stes und des Wassers widerstanden haben, nämlich aus den ^schleusen auf dem canal
*) Dafs dasselbe nicht eine abgesonderte Wassermasse betragen könne, versteht sich ohnehin , denn dieftstgestampfte Erde miifste erst von der Mauer abweichen.