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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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Einige begnügen Bich damit: diesen Raum bis auf den festen Grund hinab mit Thonauszustampfen. Wird aber erwogen, - dafs der Grundbau kein wasser durchlassensoll, so ist diese Methode nur daselbst anwendbar, wo der Grund weder aus Quell-sand besteht, noch viel wasser enthält. Es ist also sicherer, die nostfelder auszu-mauern, und zwar bis auf eine solche Dicke, durch welche, wenn zum Mauerwerkfeste steine oder besser Ziegel und cement genommen wird — das wasser nichtdurchdringen kann. Dieselbe sey daher nach der Erfahrung zwey bis drey schuh .Belidor setzt §. 285. die Dicke dieses Mauerwerkes nach der Breite der schleusenfest; nämlich bey 12 rufs breiten Kammern zwey schuh; bey einer 48 schuh breitenKammer fünf schuh.

Sind diese Felder ausgemauert oder mit fetter Erde ausgestampft, so wird derBalken- oder schwellrost gelegt, auf welchen man die Seitenmauern aufführt. Der-selbe besteht fast bey allen schleusen l) aus den Queerschwellen, 2) den Längeschwel-len, und 3 ) aus dem rlankenboden. Zuweilen kömmt über diesen noch eine zweyteLage der genannten nölzer, und alsdann ist dies ein doppelter Boden. Da, wo manaber die Schleusensohle ans steinen bestehen läfst, ist der einfache Boden hinreichend.Im xriebsande hingegen mufs ein dreyfacher Kost angelegt werden, wie dies bey derschleuse von slykens geschehen ist.

§. 1Q2. Seit einiger zeit haben einige Ingenieur die rundirungen der schleusenäufserst leicht gemacht und es kaum nöthig gefunden , sie in Pfahlgründungen beste-hen zu lassen, aber auch traurige Erfahrungen gemacht. So hat man einige schleusenan dem Nördcancil , welcher den Rhein mit der Maas verbinden soll, im Torfbodendurch Aufschüttung eines Betonmörtels von 30 zoll Hohe, über welches Lager ein ebenso hohes Steinpflaster gelegt ist, und durch zwey am ober- Und unter-Haupte ange-brachte Spundwände fundirt. Auf den canal von st. Quentin hat man noch einen lie-genden Rost, beym Torfboden, hinzu gethan, wie denn die grofsen schleusen in Havrenur auf einen liegenden Rost erbauet sind. Der Mittelweg ist bey den Eundirüngen dieSchleusen der sicherste, und ich bin der Meynung, dafs man auf einen festen Boden,also auch auf Lehmboden niemal einen pfähl- und schwellrost anlegen dürfe, wennman das Mauerwerk gehörig setzen und austrocknen läfst, dafs man auf miltelmäfsigfesten soden mit schwellrosten auskommen könne, und nur beym unsichern Grundedes pfahlrostes, vorzüglich unter den schleusenmauern, bedürfe. Doch ich verweiseauf das in den letzten drey Kapiteln über die Gründungen vorgetragene, und handlespeciel von dem Bau der schleusen.

$. 193 . Nach diesen voraus gegangenen Erklärungen und Grundsätzen sind wirin dem Fall, den Bau einer massiven schleuse, welche einen hölzernen Boden, undeinen pfähl- und schwellrost hat, stufenweise zu verfolgen. Zum deutlichsten undlehrreiehsten wird dies seyn, wenn ich in der am Seehafen Nieuwendiep (Tab. 78 .)von dem berühmten Brünings angegebene, und zu den besten in Holland existiren-