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Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
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im Fundament 7 und auf der Oberfläche 6 schuh zur Dicke. Der hölzerne Drempelist gegen den pfahlwurm mit Kupfer beschlagen, und die schleusenthore sind ohneQueerstreben gelassen, welche man sonst für nöthig gehalten hat, die aber sehr über-flüssig sind.

Die schleuse von slykens, nahe bey ostende, ist eine der gröfsten und kostbar-sten in Europa *). Sie soll dazu dienen l) den nach Brügge führenden canal zueiner für die Schifffahrt nöthigen Hohe zu halten; 2) dessen überflüssiges wasserabzulassen; 3 ) den Eintritt der rluth in diesen canal zu verhindern; 4) die schiffewährend den Fluthperioden aus dem Brugger canal in den Hafen von ostende odervon diesem in jenen zu schleusen, und 5 ) die Hafenstrafse von ostende zu spühlen,d. i. tief zu erhalten. Die vier ersten Absichten sind mit ihr vollkommen erreicht,nicht aber die letzte : denn sie ist viel zu weit von der nafenstraste entfernt, alsdafs sie dieselbe, mittelst des spühlstromes, rein halten, vielweniger vertiefen könn-te. Ehe ich nun beschreibe, wie diese schleuse construirt ist, will ich der alternschleuse, die nicht weit von der jetzigen stand, erwähnen. Dieselbe war von demIngenieur vubiais, welcher auch die schleuse von BOusingen gemacht hat, bey demFort st. Philippe bey t z Tab. 62. i. J. 1740 erbauet und die selidor beschrieben hat.Sie hatte, wie die jetzige schleuse, drey oeffnungen. Eine diente zur Durchfahrtder grofsen canalschiffe von 250 rönnen; die andere zum Durchschleusen kleinerschiffe, (ßelanders) und die dritte enthielt eine spühlschleuse. - Sie war aber zu leichtfundirt, indem weder die seiten, die Mittelwände noch der Schleusenboden auf einenpfahlrost gegründet waren, wiewohl der Boden aus Triebsand bestand ; ja es waren nichteinmal die Felder des nostes mit Mauerwerk, sondern blos mit Thon ausgefüllt. KeinWunder also! wenn die Mittelwände, zwölf Jahre nach ihrer Erbauung, einstürzen ,und von den Seitenwänden nur ein stück geblieben ist.

$. 206 . Die jetzige schleuse wurde des bessern Grundes wegen 300 Klaftervon der alten, deren seitenwände zur Etablirung von Fangedämmen dienten, wozuman einen Theil des Forts Philippe verwendete, weil dasselbe als zur vertheidigungüberflüssig betrachtet ward, in den Jahren 1754 bis 17 56 erbauet. Sie kostet weitüber zwey Millionen Gulden. Diese schleuse bey slykens besteht (Tab. 73. Nro. 1.)aus zwey Kammern a a und cc, welche jede zwey paar rluth - und zwey Ebbethorehaben, um sowohl das äussere wie auch das innere wasser zurück zu halten; fer-ner 6 , aus einer spühlschleuse bb, deren nrehthor in d steht, (Nro. 1 . Tab. 73.und Nro. v. Tab. 74.); welches genau nach dem Drehthor der Asfelder-schleuse zuCalais construirt ist. Ausser diesen oeffnungen sind in den seiten- und Mittelwändender schleuse, umlaufe oder Aquäducte, deren Breite 5 schuh 11 zoll, und deren

*) Auf Tab. 63, ist die rage der Schleuse, und auf Tab. 73. und 74. sind die Horizontal- so wie die Ver-iicalschnitte derselben zu finden; welche demjenigen die Construction des Baues, für den sie ein vor-zügliches Interesse hat, noch deutlicher erklären, als es durch eine Beschreibung geschehen kann.

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