Band 
Zweyter Band mit sechs und vierzig Kupfertafeln.
Seite
710
JPEG-Download
 

710

Torstellung dieser schleuse. Sie hat drey oeffnungen, jede von 14 schuh weife,und zwey Mittelpfeiler, jeden von Q* Dicke, und zwey 13' starke seitenwände, wovonwir in Fig. vn. nur die Oberfläche sehen; welches alles über einen 51 Fufs langen,8Ö' breiten und 5' dicken massiven Schleusenboden (radier) aufgeführt ist. Dieserwurde 23' unter dqr Springfluth, über eine 15 Schuh dick aus Kiesel und Austerschaa-len bestehenden schichte, fundirt, und die man wie Seite 491 beschrieben ist, ebnete.Da dieselbe das wasser durchliefs, so wurde beschlossen: die Schleuse in einem ausBalken gemachten Kasten, dessen Seitenwand in Fig. ix. Tab. 79. dargestellt ist, zuerbauen und die gewöhnlichen Abdämmungen und Ausschöpfungen des Wassers zuzu unterlassen. Nachdem der Grund geebnet und mit einer Thondecke versehen war,wurde unter dem Kasten, dessen Grundfläche 5084 Quadrat-schuh grofs war, einein rischnetze gelegte einen schuh dicke nage von moos gebracht, dessen specifischeSchwere (wenn er comprimirt war) sich zum Meerwasser wie 17 : 36 verhielt. Wiediese nun unter der Dammkiste befestiget wurde, und wie man diese vom Stapelliefs, flott hielt und versenkte: alles dieses hat cessart in seinem werke nicht nurgenau beschrieben, sondern auch in vielen Kupfern dargestellt. In diesem Kastenwurde das Mauerwerk aus Werkstücken und Bruchsteinen vortrefflich aufgeführt, undjeder Iegenieur wird bey Lesung der Beschreibung die Intelligenz eines cessart undhamblardie bewundern müssen, womit sie alle Schwierigkeit dieses Baues überwun-den haben. Ich rathe daher jedem, der in Kasten einen Brücken-pfeiler oder andereBauwerke aufführen will, diese cessartsche Beschreibung in dem angeführten werke,so wie die von dem Bau der Brücke zu saumur darin enthaltene, zu lesen: denn ichwürde bey einem Auszuge diesen Band noch mehr mit Kupfer anhäufen und dessenpreis vertheuern müssen. Cessart stellt auch einige Berechnungen, über die Bauartin Kästen und über die in Fangedämmen, auf, welche eine kostbare Leerung deSW’assers nothwendig machen, und entscheidet für die erstere, nämlich da, wo dieFluth bedeutend steigt. Allerdings ist diese Bemerkung sehr wichtig; aber ich würded'ennoch dergleichen spühlschleusen, wodurch eine strömende wassermasse zieht,auf einen pfahlgrund legen, um die unterspiihlung zu verhindern, und zu dem Endeden Kasten selbst auf eine Pfahlgründung setzen. Dieses ist freilich wegen dem Ab-sagen der pfähle äufserst schwierig, und wo die Fluth so hoch, wie beym nafenvon Dieppe , steigt, wird man nur bey den niedrigen Ebben arbeiten können undsich begnügen müssen, vor dem Schleusenboden hin zwey oder drey seihen pfähle,pfähl an pfähl, einzurammen, und diese abzusägen, um eine unterwaschung zu ver-hindern. Aber diese hatten das Durchdringen des Wassers durch den Boden, wel-ches sich einstellte, nicht abgewendet, da cessart die schleuse mit einer Damm-pfahl-wand bereits umgeben hatte. Auch drang das 18' hoch gestauete Wasser unter demBoden der schleuse durch, und verursachte mehrere oeffnungen, so dafs die Senkungdes Bodens und der pfeiler unvermeidlich ward. Indessen stürzte die in dem Kasten