Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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die CanaTfahrfc bey diesem Umstande nicht mehr nützlich ist, wenn die Waaren ausden Flufsschiffen in kleinere Canalschiffe, und aus diesen abermals in Flufsschiffegeladen werden müssen. Ein Fall, der bey den Canälen in Preufsen , welche dieOder mit der Havel, Spree und Elbe vereinigen, und bey den Barczer-Canal in Ungarn ,der zwischen der Theifs und Donau einen sicherem und nähern weg darbietet,glücklicher Weise nicht eintritt. Solche Canäle müssen daher zur Aufnahme dergräfsten , dort im Gebrauche seyenden, rlufsschiffe breit genug seyn, wie es denndiese Canäle wirklich sind. Aber bey dem Canal- von Trollhätta hat man diesemGrundsätze entgegen gehandelt.

Da wo diese und ähnliche Fälle nicht statt finden; wo der Canal eine bedeu-tende Länge hat, so dafs die Umladung der Waaren nicht in Betracht kömmt; wennauf Leyden durch den Csnal zu vereinigenden Flüssen die Flußschiffe auf eine ver-schiedene Art gebauet sind; ein Fall, der auf der Denau und dem Mayn eintritt;woselbst ferner eine hinreichende Wassermenge zur Speisung des Canals vorhandenist, da mag die Bauart der canalschiffe nach reifster Ueberlegung , der Breite undTiefe des Canals gemäfs, bestimmt werden* Dabey ist jedoch auf die mit den Schif-fen zu transportirenden Waaren RiicI.sicht zu nehmen: so kann man z. B. da, woschwere und wenig Raum erfordernde Massen, als Eisen, Steinkohlen und dergl.transportirt werden sollen, den Schiffen, folglich auch den Canälen geringere Dimen-sionen gehen, welches in England bey vielen geschehen ist, die aber nicht allemalzur Nachahmung empfohlen werden mögen, denn kleine Barken erfordern mehrMenschen, nehmen keine voluminöse Waaren und wenig Reisende auf, so dafs sienicht im Allgemeinen anempfohlen werden können , wie Einige gethan haben.

§, 37. Hieraus und aus der Erfahrung resultirt Folgendes: l) die Schifffahrts-Canäle sind in Beziehung auf die Kosten nicht zu breit, aber in Hinsicht der zumZug des Schiffes anzuwendenden Kraft und der Erhaltung der Ufer, nicht zu schmalanzulegen.. 2) Sie können füglich in vier classen getheilt werden, a) Sind diesel-ben zum Transport des Eisens, der Steinkohlen und schweren Fabrikate bestimmt:so mögen sie an der Oberfläche 3Ö bis 50 Fufs breit seyn, eine Tiefe von 3 f- bis4 schuh erhalten, und von 8 bis 10 Schuh breiten Schiffen befahren werden.b) Soll darauf Holz, Getreide aller Art, Gewürzwaaren und Manufaktur - Artikel ver-sendet werden, so mag ihre Breite 45 bis 75 Schuh, die Tiefe aber 4 bis 6 Schuhbetragen, c) Ist man der oben erwähnten besondern Fälle wegen »genöthiget, dieCanäle nach den See - oder Flufsschiffen anzulegen, so mag die Breite wenigstensdas Vierfache, wo möglich das Fünffache und noch eine gröfsere Weite der Schiffe,wenn sie nicht mit grofsen Kosten verknüpft ist, erhalten* 3 ) Insbesondere sindlange Canalhaltungen, die eine solche Situation in Hinsicht des gewöhnlich in der Ge-gend herrschenden Luftstromes haben, dafs darauf die Schiffe segeln können, so breitals möglich anzulegen,, weil der schnelle Lauf des Schiffes das Wasser stark gegen