8ie man ablafst und dann reiniget , wieder zufüllen , ferner diejenige, welche demtandl zur Treibung der Maschinen entzogen wird , und endlich das Wasser, welchesman bey heftigen Regengüssen oder dem Aufthauen des Schnees durch die am Canalangelegten ueberfälle und Grundablässe in dem Falle aus den Leitgräben in denCanal, und von diesem seitwärts , also ohne zweck, ablassen mufs, wenn es beymTheilungs- oder Hochs ten-Punkte des Canals an einem Bassin fehlt, worin man diesesWasser hätte aufbehalten oder fassen können. '
$. 46. Ehe wir 11ns hierüber weiter verbreiten, wird es nothwendig: die zurDurchschleusung eines Schiffes erforderliche Wassermasse kennen zu lernen. Sie be-steht aus zwey Abtheilungen, nämlich l) aus dem von jeder untern Canalhaltung indie ihr zunächst liegenden Schleuse eingetretenen oder stehenden Wasser, welchesich die rlottmasse nenne, weil das in die Schleuse eingetretene Schiff damit flottbleibt. 2) Aus derjenigen Wassermasse, die in die Schleuse aus der obern Haltungeingelassen werden mufs, um das Schiff entweder in die obere-Canalhaltung oder ineine zweyte Schleusenkammer zu heben , welche ich die Füllmasse nenne, weil siedie Schleuse , so weit es zur Hebung des Schiffes nothwendig ist, füllt.
§. 47. lieber die Wassermenge, welche die Schleusengänge, d. i., die Durch-schleusung der Schiffe , oder ihr steigen und Fallen , mittelst den Schleusen, erfor-dern , halte man noch 1769 sehr unrichtige Vorstellungen, welches die den Ständenvon Languedoc vorgelcgten Berichte beweisen. P,apport par Prony zu dem Memoiresur ’la depense ü’eau von Ducros. Man netzte früher voraus: dafs der Wasser-bedarf einer Schleusenkammer aus der Oberfläche des Kammerraums, vervielfältigetmit der Fallhöhe einer schleuse, berechnet werden müsse, und dafs man, wennmehrere Schleusen , welche gleich grofs$ Kammern und einerley Fall haben, hinter-einander folgen, nur den ganzen Fall durch die Anzahl der Schleusen dividiren dürfe,um die Fallhöhe zu erhalten. Es wurde bey dieser Vorstellung weder auf die Ab-Iheilung des in der Kammersclileuse stehenden Wassers — in die Füll- und Flott-masse — noch auf das Ab - und Aufsteigen der Canalschiffe, als wobey doch inHinsicht der Schleusenfüllungen und des dazu erforderlichen Wassers ein bedeuten-der Unterschied statt findet, röicksicht genommen. In der That inufs man sich auchdas, bey der Passage von Schiffen durch Schleusen, ein tretende Manövre gegenwärtighalten, wenn nicht irthiimer hierüber entstehen sollen. Selbst die berühmten Inge-nieure , Tomassin und perronet (siehe des letztem Werk pag. 50.) nehmen für dieWassermenge, welche ein Schiff, zum Heraufsteigen oder Herabfallen , durch eineSchleuse, gebraucht, das Doppelte des Wasserkörpers, den eine schleuse aufnimmt,wenn das Schiff noch nicht darin eingetreten ist, an. Zur Durchschleusung rechnetnämlich der letztere eine Schleusenfüllung von 15200 Cubikfufs, zum Ersatz derVerdunstung , verseigung und des durch die xhore quellenden Wassers eben so viel.Ilat der Canal eine steigende und eine fallende Abtheilung, wie der Mittägliche, so