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Wenn der Canal also von vielen schiffen befahren ist, so bann der hydrosta-tische Körper sehr bedeutend werden, und man sollte bey der Berechnung des Was-serbedarfs allerdings auf denselben Rücksicht nehmen.
§. 58. Ich glaube nun die Regel wiederholen zu müssen, dafs der Ingenieur,in Hinsicht des Wasseraufwandes und der zeit, ohne von dem Locale gezwungen zuseyn, nicht gekuppelte schleusen anlegen solle, wiewohl sie weniger kosten, als einegleiche Anzahl isolirter schleusen, indem man Thore, Vorböden, Flügelmauern undsturzbetten erspart. In der Nähe des Theilungspunktes sind sie daher, wo möglich,zu vermeiden, und nur da zu erbauen , wo der Canal neue Zuflüsse erhält. Nichtallemal hängt es aber von dem Wasserbaukundigen ab, die gekuppelten schleusenzu beseitigen, wenn z. B. eine lange Canalhaltung in das natürliche Erdreich einge-schnitten werden kann, folglich Aufdämmungen und tiefe Excavationen vermiedenwerden, dann aber der Canal einen bedeutenden und kurzen Abhang haben mufs,folglich eine besondere Haltung zwischen zwey schleusen nicht gestattet. Es hängtdies also von der Lage des Terrains wesentlich ab.
§. 59. Da die gekuppelten Schleusen mehr Wasser als die isolirten Kammerngebrauchen: so können oberhalb und unterhalb derselben, an den erstem darauffol-genden Haltungen, Schleusen mit höherem Falle, als in den übrigen Haltungen, ange-legt werden, wodurch man Kosten und zeit bey der Schifffahrt erspart. Eine zweytezur Ersparung des Wassers abzweckende Einrichtung besteht darin: dafs man dieDrempel der zwischen der obern und untern Schleusenkammer liegenden Schleu-sen zu einer blofs zum Flotthalten der Schiffe erforderlichen Hohe legt; und einedritte wird bey den leeren oder leichten Schiffen bewirkt, indem man nur so vielWasser in diese Zwischenkammern einläfst, als sie zum Steigen oder Fallen erfordern.
$. 60. Im Allgemeinen kann man festsetzen; l) dafs die Kammerschleusenzum Befsten sind, wenn sie einen Fall von 8 bis 10 Schuh erhalten, wohey die Thorenicht zu schwer werden, die Fallmauer nicht zu hoch ist, die Umläufe keinen zugrofsen Fall erhalten, und die Mauern nicht zu hoch werden. 2) In der Haltung,woran gekuppelte schleusen stofsen, suche man auch einen neuen zuflufs einzuleiten,um ihren gröfsern Wasserbedarf zu ersetzen, und vermehre dann 3), wenn es derCanallinie wegen geschehen kann, wie gesagt, den Fall der nächsten isolirten schleuse.4) Die an das obere Thor eines gekuppelten Schleusenfalls stofsende Canal - Haltungmufs so grofs seyn, dafs, nachdem die gröfste Anzahl von Schilfen, die wahrschein-licher Weise auf einmal hintereinander den Schleusenfall zu passiren haben , durch-gegangen ist, diese Haltung sich nicht so tief erniedrige, dafs darin die folgendenschiffe einen zu seichten Wasserstand finden. 5) Die darunter liegende Haltung mufsaber eine solche Ciröfse haben, damit sie das, in sie durch die Schleusengänge allerhintereinander den Schleusenfall passirten Schiffen eingetretene Wasser bequem auf-nehme, und der gröfsten von unten heraufkommenden Anzahl von schiffen einen he-