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fernten Dämmen fliefsen. Öle durch Bauwerke zu begräitzende strombahn werde alsoden Entfernungen der natürlichen Ufer einer parallel und geradlinigten Bahn, beym mitt-lern Wasserstande gemessen, gleich gemacht; die Entfernung der hohen Dämme sey aberder weite gleich, auf welcher diejenigen hohen Ufer, längs parallelen und geradelinigtenFlufsbezirken, über die die Hochgewässer niemals emporsteigen, liegen; dies istdie einzige in der Ausübung anwendbare Maxime (siehe I. B. $. 564 u. s. w.). Mansollte sie häufiger, als es jetzt geschieht, anwenden; so dafs die Flüsse gewöhnlicheine geringe Breite erhielten, folglich ihr Bett nicht von Kies und Sand angefüllt seynwürde, und der Strom hinreichend tief für die Schifffahrt seyn müfste. Stiege derFlufs über seinen mittlern Stand, d. i. bey unsern grofsen Flüssen über 5 bis 6 Fufs,so fände er, zwischen den Dämmen, einen freyen Spielraum, ohne Städte, Dörfer undFluren zu verwüsten, die Eisgänge könnten sich nicht in Eisdämme setzen, und alleGefahren wären abgewendet. Uebrigens verweise ich defswegen auf die im X. BandeSeite 112 vorgetragenen Maximen.
§. 200. Vermindert wird die mittlere Geschwindigkeit eines Stromes , wenner den hydraulischen Beharrungsstand erreicht hat (B. 1. s. 31); dieser ist nämlichderjenige Zustand des Stromes, wobey sich alle möglichen stromsectionen, wie diemittlern Geschwindigkeiten verhalten : denn der Flächen - Inhalt der Stromsection mitder mittlern Geschwindigkeit multiplicirt, giebt die durch ihr abfliefsende Wasser-menge. Wenn also die wassermengen der strom-sectionen ungleich sind, so ist auchder Strom nicht im Beharrungsstande, und die obern müssen, nach der Hydrometrie,auf die untern einen Druck ausiiben, der also nothwendig verringert werden mufs, je-mehr sich die Bewegung des Stromes dem hydraulischen Beharrungsstande nähert. So-nach wird der Strom, wenn er diesen Zustand erreicht hat, bey gleichen Wasserhöhen,am langsamsten fliefsen. Hieraus gehet demnach hervor: dafs eine gleichförmigeGeschwindigkeit des Stromes die bequemste für die schilffahrt ist; insbesondere wennman den Zug des Schilfes berücksichtiget, der dabey mit einer geringen Kraftanwen-dung geschehen kann; also wird die schilffahrt, wahrend dieser Zustand des Stro-mes eintritt, bey sonst gleichen Wasserständen, zum bequemsten seyn.
§. 201. Ein vorzügliches Hindernifs der schilffahrt auf schnell strömendenFlüssen sind die sogenannten Strudel - Wirbel oder widerströme *), welche daselbststatt finden, wo der Flufs aus einem engen Profil in ein weites übergeht. Einender gröfsten Widerströme findet man auf der Donau in Oesterreich , welcher unterdem Namen des Donauwirbels und Strudels bekannt ist. Diese widerströme lassen
'*) Will der Schiffer einen solchen Strudel'passiren, so^mufs er genau die Mitte, oder da, wo sichdie Wasserwirbel spalten, einlialten, sonst wird das Schiff in dem einen oder andern Wirbelhineingezogen, worin es leicht untergehen kann.