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lären Gerinnen, also bey schiffsdurcblässen und Grundablässon, anwendbarer als alleübrigen Theorien; abweichender aber von der Erfahrung ist sie in dem Maafse, alsdie Flüsse eine gröfsere Wassermasse führen. Diese Abweichung hat vorzüglich ih-ren Grund darin: dafs die anhaltende Kraft (die Adhäsion) des fliessenden Wassers,an dem Bette des Flusses , in dem verhältnifs abnimmt, als die stromsection an Hoheund Masse zunimmt. Auch die Natur der Materie, woraus das Bett besteht, hateinen wesentlichen Einflufs auf die Adhäsion, welches ich im I. Bande bereits erklärte;daher bemerkt man auf der Oberfläche seichter Flüsse den Widerstand, welchen derStrom an dem Bette erfährt, ja eine Kies - und Steinbank setzt das dem Strom ge-machte Bindernifs (in seichten Flüssen) bis zur Oberfläche des Stromes fort: sosieht man auf derselben aufwallende stromstriche, die sich gleich unterhalb derBank verlieren, und so entsteht wieder oberhalb dem gleichförmigen Bette eine glatteOberfläche des Stromes. Also auch aus diesen Beobachtungen geht die Regel hervor:dafs das Bett der Flüsse dergestalt einzurichten ist, dafs es einen regulären Abhangerhalte, und die Tiefe möglichst grofs sey, wenn man die Geschwindigkeit einesFlusses verstärken will. Bey der schiffbahrmachung so schneller ströme, diedem Schiffszuge nachtheilig sind, wird man also genöthigt: Wehre mit Schiffsdurch-lässen (verbunden mit Grundablässen, um die ueberschwemmungen abzuwenden)oder mit Kammerschleusen anzulegen, oder auch an den Seiten des Wehres, auf eineStrecke längs dem Flusse, einen für die Schifffahrt dienenden Canal (verbunden mitKammerschleusen) anzuordnen. Die vorne stehende Beobachtungen und Messungen,angewendet auf einen zur Schifffahrt einzurichtenden, schnell strömenden Flufs,werden also das verfahren näherungsweise bestimmen.
V. Von der schiffbahrmachung des marchßusses in mähren .
§. 214. Von diesem Flusse wurde unter meiner Direction eine genaue Karteaufgenommen , wovon auf Fig. 4 . Tab. Q7. kaum der hundertste Theil, nach einemviermal kleinern Maafsstab , dargestellt ist. Die Tiefen wurden im stromstrich von10 zu 10 Klafter, und in einigen hundert Queerprofilen gemessen, und der Flufsnach seiner gesammten Entwickelung nivellirt. Die Resultate der hydrometrischenMessungen werde ich weiter unten mittheilen: denn dieser Entwurf scheint als einBeyspiel, wie man bey ähnlichen Entwürfen verfahren sollte, aufgestellt werden zukönnen, und ich will ihn daher in folgenden §§. aufnehmen,
§. 215. Da der Marchßufs seiner natürlichen oder ursprünglichen Beschaf-fenheit nach , für die Gegenden von mähren, vngarn und Niederostreich , *) wel-che in dessen Nahe liegen, grofse und unberechenbare Vortheile gewähren kann,
*) Wer von den Lauf des Marchflüsses eine Uebersicht haben will , den verweise ich auf dietreffliche LitchUnsUrnschi Karte des Ocstreichschen Raiserstaats 1810.
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