Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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aufgenommen, als ich mich in meiner frühesten Jugend der Befestigungskunde wid- omete ; bereits in meinem vierzehnten Jahre die verschiedenen Systeme der Festungenkannte und gezeichnet hatte. Nach meiner Ansicht sollten aber nur solche Festun-gen bestehen und kraftvoll vertheidiget werden, die man wieder, bey geänderter° Lage einer geschlagenen Armee , nach einem Zeitraum , in welchem sie sich haltenkönne, zu Befreyen Hoffnung hat. Ist diese, nach einem wohl überlegten plan,verschwunden, so wird es besser seyn, die Truppen, welche man zu den Besatzun-gen vieler einzelnen rlätze weggeben mufs, bey einer entscheidenden Schlacht zugebrauchen , als sie doch endlich in solchen Festungen, die weit von seiner eignenHauptdefensions - Linie liegen, aufreiben oder gefangen nehmen zu lassen. Die neue-sten Vorfälle geben hierüber die besten Belege ! Man nähere sich lieber bey Zeitenmit seiner Armee einer Festung vom ersten Range, und suche in ihrer Nähe dasSchlachtfeld zu verlegen, als dafs man sich in und bey den in Eile aufgeworfenenWällen sonst offener Städte aufhält. Ich könnte hierüber aus den altern und neue-sten Kriegen mehrere Beyspiele anführen, aber ich begnüge mich mit wenigen, ohnedie Nahmen der Städte oder Feldherrn zu benennen. Als eine Grofse Armee, vonsieggewohnten Truppen , eine an einem grofsen Flusse liegende Stadt, ohne verthei-digungsfahige Wälle zu haben , zu umgehen drohte, warf sich die geringere Armeedes Gegners in dieselbe. In dieser Stadt fehlte es an allem, um eine Belagerungvon einer Woche auszuhalten. Die darin eingeschlossene Armee hätte also diesenOrt drey Tage früher , als der Feind über den Flufs gieng, verlassen , und nur indie 24 stunden entfernten Engpässe eines nahen Gebirgslandes hineinziehen können,die sie zu vertheidigen fähig war. Sie mufste sich, wie voraus zu sehen war, aufDiscretion ergeben !

Wir sehen ferner eine grofse Armee zwischen Flüssen sich einengen; eine an-dere von ihr getrennte sich noch weiter von ihr entfernen, wiewohl die letztemdurch ihre Siege sich der ersten nähern, und so von einem Gebirgslande aus , diefeindliche Armee im Rücken und in der Flanke angreifen konnte; im schlimmstenFalle hätte sich dieselbe in das für ihren souvrain aufgestandene Gebirgsland zurückziehen können; der Feind würde, seinen Marsch auf die Hauptstadt nicht haben ver-folgen können, weil er sich von einer Armee im Rücken bedrohet sah! Wir habenferner gesehn, dafs sich ein Feldherr hartnäckig auf gewisse Landesbezirke ein-schränkte , während die Kräfte der Armee durch Märsche, Mangel an Lebensmittelnund Fourage erschöpft wurden, und während sie nach festen Stellungen in der Näheeiner Festung vom ersten Range hätte hineilen sollen.

Auf die Benutzung der zeit und Kräfte wird aber in Kriegen selten Rücksichtgenommen., und selbst für die Errichtung stehender Brücken im Rücken der Armeewenig gesorgt; ganze Heere läfst man in waldreichen Gegenden über eine elendeBrücke von 16 schuh breit ihren Rückzug machen; viele Tausend Menschen werden