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§• 6. Nach dieser mir nothwendig geschienenen Ausschweifung komme ichzu der Verteidigung einer Festung und eines ganzen Landesbezirkes, durch inon-dationen , zurück. Von ihnen kann der Commandant einer Festung niemals, im Fallder Noth einen richtigen Gebrauch machen, wenn er sie nicht im Frieden genaukennen lernt, auch ihre Umgebungen erforscht. Nie sollte er etwas dulden, dafsihn in der Kanonenschufsweite die Aussicht auf den Feind hindert oder diesem dieEinschliefsung und das Approchiren erleichtert. Er mufs daher Anhöhen zu befesti-gen oder abzutragen suchen, wie dies bey Naarden der Fall ist. Dann sollte er sichmit den möglichen Fallen des Angriffs und der Verteidigung der Festung bekanntmachen, weil die Befestigungskunst von geschickter Anordnung der Angriffe abhängt.Er suche die Mittel auf, wodurch sich die, die Festung umgebenden Moräste undInondationen trocken legen lassen , um dies bey Zeiten, durch schleusen, Balkenab-dämmungen und rorts , zu vereiteln. Er mache den Eintritt der ueberschwemmungmöglich, sobald die Festung im Belagerungsstande erklärt werden mufs. Dies istz. B. erst kürzlich bey Alexandria in Italien mit dein ressin bewerkstelliget worden,wie ich es bey der Beschreibung der dortigen Brücke zeigen werde;
Sollen die Inondationen von Nutzen seyn, so müssen sie vor und um eineFestung, wo möglich, so hoch über das Terrain stehen, dafs sie nicht durchwatetwerden können. Ihre Tiefe betrage demnach, wenn es nur immer thunlich ist, vierschuh. Alle°über einen grofsen Landesbezirk sich ausdehnenden GewässeT stehenhoch genug, wenn sie den Boden zwey bis drey Schuh mit Wasser bedecken, folg-lich dem Feinde das Fortbringen des Geschützes und das iwarschiren verhindern.Eine seichte Ueberschwemmung bleibt aber immer besser als keine, weil sie denBoden unwegsam macht; in dieser Hinsicht ist ein Morast wichtig ! Dasjenige Ter-rain , welches also nicht vollkommen mit Wasser bedeckt werden kann, müfs mitGräben durchschnitten werden, worin das Wasser, sobald die Benennung der Festungmöglich ist, eingelassen wird. Kann aber die Inondation höher, als vier Schuh,bewerkstelliget werden, so ist dies desto besser, weil der Belagerte alsdann Block-schiffe und grofse Fahrzeuge, (die er, ehe die Blockade der Festung angeht, vorrä-thig haben mufs), gebrauchen kann, deren Anwendung dem Belagerer, von der Fe-stung und den äufsern Forts aus, unmöglich gemacht wird.
$. 7. Es ist ferner rund um. die Festung, wenigstens vor ihren schwächstenStellen, ein so ausgedehnter Bezirk als möglich zu überschwemmen, damit der Feindausser der Eombenweite gehalten wird, oder doch wenigstens dessen circumvallations-linie so ausgedehnt werde, dafs seine Stellung bedeutend geschwächt sey. Aus die-sem folgt demnach : dafs die Lage des inondirten Bezirkes nivellirt werden müsse,um die Hohe der Ueberschwemmong, der Schleusensohlen, der Dämme und coinmu-nicationswege, zu bestimmen ,, und der Ingenieur , alles was von dem Local abhän-gig ist, oder einen, Einflufs darauf hat, berücksichtigen müsse, um die inondation