Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Beschreibung der bey der stadt Neuöttingen in saiern, Uber den inn , im jahre1807 und ISOQ, erbauten sogenbrüeke. Tab. 10Q. und 117 .

$. 76. Der nmßufs gehört zu den gröfsten und reissendsten Flüssen Baierns.Dessen Eisgänge sind den Brüchen sehr gefährlich ; besonders besteht bey Neuöttin-gen das Flufsbett aus einem sehr groben Kies - und aus äufserst festen Thonboden-rlaiten, die sich zu ruf ansetzen, daher das tiefe Einrammen der jochpfähle erschwe-ren ; bey leichten Rammhlötzen aber ganz unmöglich machen. Einige dieser plattenwerden vom Eisgänge fortgerissen, wo dann tiefer wieder ein Kies - und sandlagerliegt. Ein solcher so beschaffener Grund ist, für die jrundationen der Bauwerke,äufserst gefährlich , weil einzelne Vertiefungen entstehen. Hiezu kömmt noch : dafshier die Hochgewässer des Inns über den niedrigsten Wasserstand 15' 4" steigen.Kein Wunder daher, wenn die Pfahlbrücken, dem heftigen Strom und den Eisgängennur wenige jahre Widerstand geleistet hatten. Man hatte den Brückenstand mehr-mals verändert, ja, im vorigen Jahrhundert, die Brücken eine halbe stunde strom-aufwärts erbaut; diese Richtung aber verlassen, nachdem mehrere Jochbrücken zer-stört worden waren» Es ward daher in der neuesten zeit denselben eine andereaber nicht minder nachtheilige Richtung gegeben, indem diese diagonal auf denStrom gewählt wurde. Anfänglich hatte die Brücke 21 j-oche; im jahre 1805 drey-zehn, und zw ey hölzerne Land joche, welche alle fünf jahre erneuert wurden, wo-von jedes über 800 Gulden kostete und aus 17 bis IQ jochpfählen bestand. Die vonden oesterreichern (1805) zerstörte Jochbrücke wurde gleich nach dem Vordringender französischen Armee, anfangs 180Ö, mit einem Kostenaufwand von 5400 fl. wie-der hergestellt. Vergebliche Bemühungen 1 denn sechs Joche zerstörte der Stromnach kurzer zeit, und er rifs endlich den IQ. July fast die ganze Brücke fort.

Da diese Passage zu den frequentesten im Königreich gehört, wegen den Zer-störungen der Brücke aber alle jahre mehrere Monat über unterbrochen war,- diesich so oft erneuernden Briiekenbauten dem Staat grofse summen kosteten: so wares Pflicht für mich, hier eine solche Bauconstruction anzuwenden, welche allen Be-dingungen entspricht; zu Ende Januars 1807 entwarf ich also die Zeichnung zu derBogenbrücke bey Neuöttingen.

77. Die hydrometrischen Untersuchungen des Inns gaben mir die Ueber-zengung : dafs fünf Rogen, jeder von 107 schuh Weite, ein hinreichendes profil fürdie Hochgewässer darbieten, wo alsdann die Entfernung von der Mitte des einen Jochesbis zur Mitte des andern 13 0' beträgt. Da viele Brücken aus ziemlich weilen joch-feldern bestehen, und da gekrümmte Heizer wenigstens eine sieben bis zehnfacheEast als gerade Holzer, nach einigen über die Tragkraft der curven angestellten Ver-suchen , zu tragen fähig sind, so sclilofs ich: dafs jede oeffnung aus zwey Bogen-rippen bestehen könne. Also liefs ich jeden der fünf Bogen aus zwey Rippen con-struiren, jede Rippe aber aus drey Curven übereinander zusammensetzen. Die Höhe