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BRÜCKENBAURUNDE.
ERSTES KAPITEL.
Von dem Nutzen der Brucken im Allgemeinen, von den Fortschritten derBruckenbaukunde; den Haupterfordernissen gut angelegter Brücken; von demGange , den die Brückenbaukunde genommen hat; von ihrer Würdigung beyaufgeklärten Völkern, und von den mittein zu ihrer Erbauung .
5 . i.
Die Brückenbaukunde ist eine der nützlichsten und nothwendigsten Abtheilungender Wasserbaukunst: denn sie bereitet, über Abgründe und Gewässer, dem täglichenVerkehr, sichere Wege; kein anderes Bauwerk kann demnach die Dankbarkeit desVolks gegen seine Regierung kräftiger in Anspruch nehmen: als eine bequeme, schö-ne und dauerhafte Brücke! Daher ziehen grofse aus weiten Bögen kühn erbauteBrücken die Aufmerksamkeit und iheilnahme aller verständigen, den Ruhm lieben-den , und das allgemeine Befste befördernden Regierungen und jedes denkenden Rei-senden auf sich. Je aufgeklärter ein Volk ist, je mehr sein Vaterland grofse Flüsse zähltund Männer besitzt, die den Brückenbau in seinem ganzen umfange verstehen,destomehr wird eine kluge Regierung, sich für seine zweckmäfsige Ausführung, nichtblos interessiren, sondern ihn mit Energie befördern; der General, welcher grofseUnd schöne Brücken, ohne durch unvermeidliche umstände genöthigt zu seyn, auchnur theilweise zerstört, dem bleibt die rasche That ein Vorwurf bey Zeitgenossenund Nachkommen.
Seitdem die Wasserbauwissenschaft sich zu einer gewissen Flöhe gehoben hat,und der Brückenbau zu einem Grade von Vollkommenheit, die den frühem Jahrhun-