Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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§. 103. Imsept. 1807 reiste ich nach Westphalen, um aus Auftrag des damahligenKönigs, den Entwurf eines die Elbe mit der Weser vereinigenden Canals auszuarbei-ten, nachdem ich das Local untersucht haben würde. So wie bey allen übrigen Brü-chen hatte ich auch bey dieser Freysinger den Auftrag ertheilt: die Schraubenmutternvon Neuem anzuziehen, wenn dieselben wegen des Eintrocknens des Holzes lockerwürden ; die Schiftungen von zeit zu zeit auszukeilen, und bey einer Vertiefung desFlufsbettes, -die Umgebungen des joches mit neuen Faschinenlagen zu erhöhen. DieBrücke sollte mit Kies bedeckt werden, um die Deckplanken zu schonen. Von allemdiesem war aber nur das letztere, d. i., die Belastung der Brücke mit einer hohenKiesdecke bewerkstelliget worden, welches sich bey den nachher angestellten Unter-suchungen zeigte. Zuerst war in der Nähe des Widerlagers der rechtseitige Bogendamit befahren, wiewohl bekanntlich alle Bogen ihren vorzüglichen widerstand, wo-mit sie Lasten tragen, in der Mitte ausüben. Was das Nachtheiligste war, so hatteman die Umgebungen des Joches sich selbst überlassen, wiewohl das Flufsbett fünfschuh tiefer geworden war. Dies zeigen auch die in F. 2. t. 108. an der wand desjoches liegenden grofsen steine. Daher kam es denn auch, dafs das joch auf dereinen Seite, wegen dem sinken des Faschinenbaues, weniger widerstand leistete, alsauf der andern. Diese Senkung des Faschinenbaues hätte mit geringer Aufmerksam-keit ausgefüllt werden können, wenn nur zwey Buschlagen darauf gelegt wordenwären. Ohngeachtet aber an der rechten Seite des joches der Faschinenbau sich ge-senkt hatte , so beschwerte man dennoch , wie gesagt, die Schenkel der Bögen , alsoihre schwächsten Theil, zuerst mit Kies, ohne die mindeste Rücksicht auf ihre Span-nung zu nehmen, welche die Beschwerung der Bögen zuerst in der Mitte, und dannan den Seiten vorschreibt. Auch waren weder die Schrauben angezogen, noch dieZwischenräume der Schiftungen und der Curven ausgekeilt worden. Unter diesenUmständen war es daher kein Wunder, dafs der linkseitige Bogen sich nach der punc-tirten Linie c d f z, lüg. 8. t. 108. auf der rechten Seite senkte, und auf der linkenunbedeutend stieg. Dieses setzen betrug jedoch da , wo es am bedeutendsten war,nach der Ausmessung vom 24. November, nur zwölf Zoll; denn gleich nach der Aus-schlagung der Gerüstkeile im januar 1808 hatte das Setzen des linkseitigen Bogenseinen Zoll betragen. Der rechtseitige hatte sich nur um 3 -f Zoll, aber regelmäfsignach der Bogenlinie, gesetzt, welches setzen bey einer Bogenweite von 159 Kufs un ^so geringen Bogenhöhe, äufserst gering und kaum des Anführens werth ist, indemsich die steinerne Brücke von Neuilly t. 118., welche die schönste Brücke in Europa ist, 13 zoll gesetzt hat, und. fast alle übrigen Brücken sich mehr als diese FreysingerBrücke setzten.

Wiewohl dieses geringfügige setzen eine, Thatsache und actenmäfsig ist, sohatte mir doch ein Bauindividuum nach Kassel , unterm 4. october einen ganz falschenBericht gemacht, den ich unter meinen Papieren aufbewahre. In dieser meiner Ab-