Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Müssen die Schiftungen der Curven, wenn es nur immer der Holzlänge undder Verbindungs- oder spannschwellen wegen thunlich ist, über eine Tevbindungs-schwelle oder da gelegt werden , wo durch die Curven eine schraube gezogen ist,um sie zusammen zu pressen; alsdann mufs aber eine Curvenhälfte über die anderegeschiftet werden» Bey der Augsburger Brücke war dies, der Censtruction der Brückewegen , nicht thunlich, (Tab. HO. Fig. 2. und 5.) weil die Verbindungssehwellen mitihrem Kopfe • keinen Raum, für die Schiftungen zuliefsen» Die Schiftungen sind: der-gestalt auszuttheilen , dafs sie nicht, in parallel gehenden Rippen, in einer und" der-selben Ebene liegen. Durch diese Abwechselung wird natürlich die Festigkeit der.Fräcke vermehrt, und die oscillation verringert. Die Zungen der Schiftungen sindzur halben Holzstärke einzusehneiden, und ihre Länge sollte 22 bis 40 Zoll betra-gen, damit sie desto fester aufeinander liegen, und mit so viel Hirnholz, als möglich,aneinander stofsen» Sie sind, daher genau passend und mit winkelrechten schnittenauszuhauen. Anstatt solcher Schiftungen sollten die Curven der niittlern Lage einerKippe, nach senkrechten schnitten zusammenstofsen, wie dies- bey der mühldorfcrnrücke, F»2» t. 124., geschehen ist.. Auf diese weise stofsen nämlich zw-ey grofse FlächenHirnholz gegen einander, und zwischen je zwey curven kann auch ein eichener odereiserner Iicil eilige trieben werden» So darf daher das gegenseitige Eindrücken derHirnholz flächen nicht befürchtet werden, weil es die durch die Curven gehenden Schrau-ben, nicht zulassen; aber die obern Curven einer Rippe müssen mit Zungen zusam-menstofsen', weil sie sonst aufspringen.

Die einzelnen curven. eines Bogens sind in den ersten Jahren, nach Vollendungdes Baues, mittelst den schrauben, immer von neuem zusammenziehen, wenn sichdie Schiftungen nicht auseinander geben sollen. Der Abstand dieser schrauben betrage,nach meiner Erfahrung, bey drey Curven in jeder Rippe, 10 bis 12 / ; bey BÖgen, diean ihrem Anfänge mehr als drey Curven übereinander haben, 6 bis 10 schuh . Ha-ben die Seitenrippen doppelte Curvenlagen nebeneinander, so mag derselbe, wegenVermeidung der Oscillation, nur 9 Fufs betragen; denn je fester die Curven zusam-men gezogen werden, desto inniger werden die einzelnen Theile der Brücke, zu ei-nem stabilen oder festen Körper gebildet. Selten wird indessen der Ingenieur undbesonders da , wo man Diagonalrippen anbringt (bey. denen die verbindungsschwellenin engern Abständen zu stehen kommen) so weite ? Entfernungen der schrauben an-ordnen, als hier angenommen ist. Werden zwey Curven nebeneinander angebracht,so mufs man beyde Lagen mit halbzölligen schrauben untereinander verbinden !

$. 141. Die Anzahl der in einem sogen übereinander zu legenden curvenhabe ich zuerst bey der oettinger Brücke (Tab. 117 .) festgesetzt. Wenn aber inErwägung gezogen wird: dafs ein gekrümmter zwischen zwey stützpuncten gespann-ter Balken das siebenfache als ein horizontalliegender trägt, und dafs eine Curvemit 120 Centner belastet werden kann, ohne sich, nachtheilig zu senken, so kann