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Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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Griechischen ins Lateinische übersetzte Anzeige, welche porplürogenetes verfafste,sagt. Ich beschränke mich also auf diejenigen Brücken , von denen ich glaubwür-dige Nachrichten und Zeichnungen erhalten habe, und ich ordne diese Materie gröfs-sentheils nach den Nummern der zu diesem Werke gehörigen Kupferplatten , so dafsnach und nach die auf einer Platte gestochenen Brücken und Aquäducten Vorkom-men. Vonsolchen, deren wesentlichste Bestandtheile in dem Tableau S. 484. (nach Maafsen)angegeben sind , werde ich nicht inmer die Gröfse oder das Maafs dieser Bestand-theile anführen ; der Leser, welcher davon unterrichtet seyn und das Erbauungsjahrwissen will, wird darin nachsehen hönnen.

So weit meine Nachrichten über die vorhandenen Brücken gehn , werde ichdie wichtigsten bey ihrem Bau vorgekommenen Ereignisse und Hülfsmittel anführen ,weil.diese Bemerkungen das Gebiet der Erfahrung bereichern; ich werde diese nuralsdann übergehn, wenn sie in dem folgenden Abschnitte dieses Kapitels Vorkommen,oder bereits im II. Bande vorgetragen sind.

§. 208. Die Brüche von rabricius zu roiu, Tab. 125. und 12p»» jetzt quatrocapi genannt*), führt von der sogenannten Tiber -Insel (st. Bartholomäus-Insel) auf daslinkseitige Ufer, Fig. 5. Tab. 125. Sie ist von dem Vorsteher des Brückenbaues, ra-bricius , im 692 . Jahre der Republik gewölbt**) Kaum hatte sie 40 Jahre gestanden,als ihre Fundamente und Widerlager unter dem consulate von volius und Lepidus ,im 23. Jahre der Regierung Augusts , verstärkt werden mufsten. Zu dieser Zeit wur-de auch der Yorfufs des Pfeilers verlängert- Diese Brücke (Fig. 1 , Tab. 125.) bestehtaus zwey 78 schuh weiten vollen Kreisbögen , und in der stifte über dem Pfeiler ist eineIQ Schuh, und auf jeder Seite im Widerlager eine zwölf schuh weite oeffnung, diezur Abführung der Hochgewässer dienen , angebracht, Sie wurde vom Papst mno-cenz xi. (lÖ80) wieder hergestellt , und man gab ihr zw'ey aus steinen bestehendeBrustgeländer, Der Durchschnitt von den Bögen ist in Fig. 2. Tab. 125. dargestellt,

9 Die Zeichnungen werden hier so geliefert, wie sie Piranesi als ein Alterthum in seinem Werkegiebt : - Le antichitn Romani di Giambattista Piranesi , Tom. IV.

*9 Man hält dafür , dafs zu Piom die ältesten Gewölbe die Cloacken sind. Sie wurden etwa vor2.394 Jahren , unter dem König Tarquin, zur Abführung des Unraths und des Wassers, aus denniedrigen Bezirken zwischen den Hügeln und beim Forum,'angelegt. Diese unterirdischen Ge.wölbe sind etwa 14 Fufs weit, und nach Halbkreisen construirt, Drey Lagen Gewölbsteine, de-ren Fugen zwar nach dem gemeinschaftlichen Mittelpunkte gehen, aber nicht aufeinander treffenund kaum sichtbar sind, weil Stein au Stein stöfst, liegen ohne Mörtel übereinander. Unter Augustwurden sie wieder hergestellt, und diese Ausbesserung soll 1000 Talente, etwa 3 Millionen Gul-den , gekostet haben, Sie beweisen eben sowohl , als die römischen Brücken, so wie die Ge-wölbe des Fiiedenst,empels und die Kuppel des Pantheons , dafs die Römer sehr frühe die Kunstverstanden, Gewölbe aufzuführen; ausser den letztem sind die Gewölbe dieser Werke von Werk-stücken. Der Uebersetzer des Vitruv's Perrault hätte daher in seiner Parallele des anc, et modern.Tom. 1 . pag. i 7 i, nicht das .Gegentheil behaupten mögen. FIr mochte sich auch erinnern, dafsVitruv selbst L. 6 c. 2. von den Bögen aus keilförmigen Steinen handelt.