Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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253. Die Brücke von Guillottiere zu Lyon über die Rhone (Tab. 129.) istin der mitte des dreizehnten Jahrhunderts, aus den Erträgnissen der vom Papst in'nocent iv. verkauften Ablässe, erbauet worden. Sie besteht aus 18 BÖgen von 15 bis96 Schuh oeffnung ; fast alle sind, nach einem vollen cirkel, mit Werkstücken, ge*wölbt; ihre Schenkel bestehen aus Ziegel, der übrige Theil aber aus Bruchsteinen.Sie gehört übrigens zu den gröfsten Brücken in Europa .

$. 254- Die Brücke von ßlois über die Loire (xab. I2Q.) wurde nach demEntwürfe von Gabriel durch eitrou (1720) angefangen und hat 11 Korbbögen von51/ bis 81 schuh oeffnung. Die ersten drey pfeiler an jeder Seite haben 15' diezwey, welche den mittlern Bogen halten, 1.6 Fufs; die übrigen zwey 26' Dicke,weil sie als Widerlager dienen sollen, wiewohl von diesen das eine 22 und dasandere nur 21 Fufs dick ist (oautier Traite' des ponts p. 242). Die Dicke der star-ken Pfeiler verhält sich zu den Bogenvveiten wie 1 : 3 , 04; die der schwachen wie1 1 4,2 und wie 1:5.

$. 255. Die Brücke von rours über die Loire (Tab. 12Q.) wurde von Bayeux ,von 17 55 bis 17Ö2 erbaut. Wenn gleich ihre Bögen nur 75 Schuh oeffnung haben,die Pfeiler aber 15' dick sind, und ihr Erbauer einer der geschicktesten IngenieureFrankreichs war, so senkte sich doch am 28. August 1777 ein Pfeiler aus seinerlothrechten Richtung. * Unter demselben standen 65 eichene Grundpfähle von V 6"Länge und Q" stärke; sie waren nach der einen Richtung auf 3' 10" und nach derandern 3' Q" (von Mitte zu Mitte) gestellt und Ö" in den harten Tuf eingedrungen.Jeder Pfahl mufste 153.900 vfund tragen. Der Grund, der sie anfänglich umgebenhatte, war aber fortgeführt, und es war daher um so weniger zu verwundern, dafsdie Pfähle unter dieser Last brachen, oder sich bogen, da der daran stofsende Stromihre Fibern in Schwingung setzte, und sie aus dem lothrechten Stand zu bringenstrebte. Es bleibt daher jederzeit nothwendig, die Grundpfähle eines Pfeilers entwe-der mit den natürlichen Grund, oder mit einer künstlichen Anlage von stexnw'urf,Faschinenbau oder mit Steinen gelullten Rostwerken zu umgeben. Die Brücke zuTours ist, für den Brückenbau, in mehr als einer Hinsicht merkwürdig, l) Be weifstsie uns, dafs, nachdem einige Pfeiler und Bogen eingestürzt waren, die übrigen Bö-gen stehen blieben; alle Brücken - pfeiler, deren Dicke sich wie bey diesen zur oeff-nung der Bogen w'ie 1 : 5 verhält, vollkommen als Widerlager (wenn das Gemäuertrocken ist) dienen, da sie dieses bey den gedruckten Bogen dieser Brücke bildeten.Sie wurden theils in Kästen, theils in Abdämmungen, auf einen pfahigrund, 5 Schuhunter dem niedrigsten Wasserstande, fundirt. Der Grund des Flusses besteht 6 bis Q'aus einer Sandbank, worunter man 18 bis 21 Fufs (unter dem niedrigsten wasser-stande) einen durchaus festen tufartigen Boden findet, worin die pfähle einiger Pfei-ler 13" einstehen. Anfänglich senkte sieh ein Pfeiler drey Fufs und wich stromab-wärts über* Man trug jetzt die beyden Bügen und den pfeiler ab und führte einen