Band 
Dritter Band mit zwey und dreyssig Kupfern.
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mit 12 zoll langen Hacken, bey dem früher liegenden mit Händen nntersirciit : obdie Eostschwelien genau auf die Pfähle liegen, und da, wo man einen Zwischenraumfindet, wird von einem Taucher oder vermittelst eines Hackens, ein Keil gesteckt,den man mit einem an einem hinreichend langen stiel befestigsten Hammer eintreibt.

$• 3Ö7. Endlich umgebe man die eigentliche Gründung des Pfeilers, wie ge-sagt, mit einem grofsen Vorbau. Derselbe kann auf verschiedene weise gemachtwerden, l) Bestehe er aus grofsen und kleinen Steinblöcken , und erhalte zwey schuh Böschung auf jeden fuIs Hohe. Auf ihren Lagen schütte man Beton- oder cement-mörtel. Man gebe demselben vorne gegen den Pfeiler zu, einen Rücken, welchersich immer mehr, je näher er dem' rfeiler kömmt, erhöhe, und der sich zuletzt 2 bis5 Schuh (i. B. S. 214 u. 223.) über den niedrigsten Wasserstand erbeben sollte , umdie Eismassen zu spalten. 2) Da, wo ein beweglicher Grund ist, schliefse man diepfeiler mit einem aus pfähl- und Schwellrosten bestehenden Vorbau ein; man seheTab. 133. den Grundrifs der Münchner - Brücke. Dessen Fächer fülle man mit Bruch-steinen , Kiesel, Mörtel und frisch gelöschtem Kalch, bedecke ihn mit Planken undsetze darauf eine 2 bis 3 y hohe und drey 3 bis 6 Schuh breite aus grofsen in dieuntere Lage des Pfeilers fortgehenden Werkstücken bestehende Mauer. Diesem Vor-hau gebe man zur Breite (nach jeder Seite) die halbe Breite des pfeilers. Ist derStrom nicht reissend, so kann die Plankendecke- und die den erhöhten Theil des Vor*fufses bildende Werkstück - Mauerdecke Im (rig. 4 . Tab. 133.) wegbleiben, und derKost nur mit Bruchsteinen und Mörtel gefüllt werden.

§. 3Ö8. Wichtig ist bey dem Vorfufs oder Vorbau , d. i. bey der Umgebung einesBrückenpfeilers, die Figur seiner Grundfläche und seine Länge. Da er den Strom vor-theilbaft spalten, das ist, demselben einen so geringen widerstand als möglich ist,entgegensetzen, und den Seite 185 aufgestellten Erfordernissen entsprechen soll: sosollte ihm, in grofsen und tiefen Flüssen, stromaufwärts eine gröfsere Breite alsstromabwärts (Fig. 15. Tab. 122-) gegeben werden; s. s. 34. u. s. w. Abwärts der un-tern Spitze schlagen dann die Stromfäden zusammen, folglich läfst sich dort der Sandnieder, also ist die Unterwaschung dieser Spitze verhindert.

Die Länge des Vorbaues müßte zwar, wenn derselbe dem Wasser den geirng-sten Widerstand entgegensetzen sollte, 5f mal dessen Breite betragen, aber dies istnicht ausführbar , sondern man wird sieh mit der drey bis vierfachen Breite begnü-gen müssen; die fehlende Länge wird aber von der Anhäufung des Materials, unter-halb dem pfeller, nach der Erfahrung, bald bewirkt, wenn dasselbe gleich einigeSchub unter dem niedrigsten Wasser liegt.

§. 369 » Bey allen Gründungen, wohey die pfähle nur fünf schuh unter demniedrigsten Wasserstande abgesagt werden dürfen, kann demnach der Ingenieur dieFangedämme und Ausschöpfungen (ausser in besondern oben angeführten Fällen),vermeiden, welche nicht nur kostbar, sondern auch gefahrvoll und von langem Au-