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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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ERSTES BUCH.

(Septimer, oder Brenner ). Als alpinische Seen kennt er denBenacus [Gardasee ), Larius (Comersee) und Verbano (Lago Maggiore ) ; die nördlicher liegenden scheinen ihm unbekanntgeblieben zu sein. Der Bhodanus entspringt oberhalb demAdrialischen Golph, auf der Nordseile der Alpen , ßiesslgegen Südwest und mündet aus in das Sardinische Meer.Ein grosser Theil seines Laufs geht durch ein Thal , welchesdurch die hohe Alpenkette von den Ebenen des Po ge-schieden und von keltischen Arduern bewohnt wird.

Durch die alte Verbindung Roms mit Massalia wurdendie Römer in Kriege mit den die Massaliaten beunruhigendenGalliern verwickelt. Sie bezwangen (123 121 a. C.) dieGalluvier (Provence ) und Allobrogen (Dauphine und Savoyen )und machten das Land zwischen den Westalpen und derRhone zur römischen Provinz. Von Ost her fielen aberwenig später (113a.C.) germanische Stämme, die Cimbernund Teutonen, Alles verheerend über den Rhein in Gallien ein, und drangen südwärts vor bis in die römische Provinz.Die ihnen entgegenstehenden römischen Legionen wurdengeschlagen. Auch ein helvetischer Stamm, die Tiguriner,einen Theil der westlichen Schweiz bewohnend, verband sichmit ihnen und brachte (105 a. C.), unter ihrem AnführerDivico, am Lemanischen See, dem Consul Lucius Cassius,der iiber die Alpen in Helvetien eingerückt war, eine voll-ständige Niederlage bei. Der Consul und sein Legat, L. Piso,mit ihnen die besten des Heeres, fanden den Tod, der Restund das .Lager fielen in die Gewalt der Sieger. Bei Aix inder Provence wurden jedoch die Cimbern vom ConsulC. Marius geschlagen, und als ein anderes Heer derselben,vereint mit den Tigurinern, in Oberitalien cinfiel, wurde esebenfalls von Marius besiegt, und die Tiguriner kehrten inihre Wohnsitze zurück.

Die Kenntniss der Römer mit den Alpenländern, in ihrerganzen Ausdehnung von Massilia bis Illyrien , wurde durch