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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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POLYIIII'S, CAESAR.

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diese Kriegszüge bedeutend vermehrt. Die Feldherren er-kundigten sich über die Gebirgspässe, den Lauf und dieBedeutung der Ströme, die Entfernungen, die Ernährungs-mittel, die Grösse der Bevölkerung. Ein neues Ereignisslenkte das Interesse in erhöhtem Masse auf Helvelien. AufAnstiften eines ihrer vornehmsten Häuptlinge, Orgetorix,hatten die Helvetier, in Verbindung mit einigen benachbartenVolksstämmen, wahrscheinlich durch die von Nord her vor-drängenden Germanen beunruhigt, beschlossen, ihr Land zuverlassen und sich in dem fruchtbareren Gallien niederzu-lassen. Diess zu hindern zog Ciesar (58 a. C.) an die Grenzeder Provincia, nach Geneva , der allobrogischen Grenzstadt,befestigte den Uebergang der Rhone und, als die Helvetier,von den Sequanern (Bewohner der Franche-Comte ) be-günstigt, nördlich von der Rhone durch die Engpässe des Juravordrangen, folgte er ihnen, schlug sie in mehreren Schlach-ten und nöthigte die Uebriggebliebenen zur Rückkehr in ihrLand, damit dieses nicht von Germanen besetzt werde. Auchdie Sorge um den Handelsverkehr brachte die Römer innähere Verbindung mit den Alpenländern. Zum Schutze derKaufleute, die unter Gefahren und mit Entrichtung starkerZölle den Verkehr über die Alpen (wahrscheinlich über denGr. St. Bernhard ) betrieben, sandte Cajsar den Serv. Galba mit der XII. Legion in das Gebiet der Nantuaten, Veragrerund Seduner, welche vom Lemanischen See bis weit in dieHochalpen einwärts wohnten. Nach mehreren glücklichenGefechten bezog Galba die Winterquartiere in Octodurus (Marligny), im Gebiet der Veragrer. Hier wurde er jedochvon den auf den rings umliegenden Höhen vereinigten Ver-agrern und Sedunern angegriffen; nach starkem Verlust ge-lang es römischer Tapferkeit, sich durchzuschlagen und,nachdem Galba den bei den Nantuaten zurückgelassenenTheil der Legion an sich gezogen hatte, überwinterte er beiden Allobrogen.