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ERSTES BUCH.
verschonten sie daher öfters die Bewohner der Niederungen,damit diese ihre Bedürfnisse befriedigen möchten , und zumAustausch brachten sie denselben Harz , Pech. , Kienholz,Wachs, Honig , Käse, woran sie Ueberfluss hallen. DieAlpen erzeugen auch wilde Pferde und Ochsen, und, nachPolgbius, lebt daselbst ein eigentümliches, dem Hirsch ver-wandtes Thier, die Gestalt des Halses und die Behaarungausgenommen , die denen des Ebers ähnlich sind; unter demKinn habe es eine, Art Knorpel, eine Spanne lang, am Endebehaart, von der Dicke eines Füllen Schwanzes.“ (Es istCervus alces, der Elk.)
Auch über die Ströme enthält Strabo genauere An-gaben :<) „Der Ehenus bildet einen grossen See, eine Tagreisesüdlich von den Quellen des Ister; in der Nähe des Seesbefinden sich grosse Sümpfe, und er enthält eine Insel. SeineAnwohner sind, auf einer kleinen Strecke, Rhceter, vorzugs-weise aber Vindelicier und Helvetier.“ — 2 j „ Wo der Arar (Saone) sich in den Rhodan ergiessl, liegt auf einem HügelLugdunum, nächst Narbo (Narbonne) die volkreichste Sladtin Gallien und Hauptsladt der Segusianer, die zwischen demArar und dem Dubis (I)oubs) wohnen. Beide Ströme ent-springen in den Alpen (collectiv für beide helvetische Ge-birge) und IHessen in den Rhodan. Ein anderer Strom, dieSequana (Seine'), entspringt ebenfalls in den Alpen undfliesst, parallel mit dem Rhein , durch das Gebiet der Se-quaner in den Ocean. Zwischen dem Dubis und dem Ararwohnen die Eihier, welche die Stadt Cabyllinum und dieVeste Bibracte (Autun ) besitzen.“
Obgleich die Fortschritte in der Kcnntniss der Alpen,ihrer Ströme und Volksstämme nicht zu verkennen sind
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>) Lib. VII.3 ) Lib. IV.