DIE RÖMISCHEN GEOGRAPHEN.
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über die flachere Schweiz , ihre Seen, Ströme und Ort-schaften finden wir keine Belehrung. Von allen unsern See’nwird nur der Lemanische und der Bodensee , dieser ohneBenennung, von unseren Strömen nur der Rhein und dieRhone angeführt; die allen helvetischen Städte werden nichterwähnt. Dagegen finden wir bei ihm die älteste Nachrichtvon den Gletschern der Alpen und von der noch jetzt inden südlicheren Theilen des Hochgebirges so wichtigen Be-wässerung der Felder durch weit her abgeleitete Canäle.
Bei Tacitus 1 ) wird zuerst Aventicum genannt, alsHauptstadt der Helvetier, und der Vocctius oder Bötzberg.Die Helvetier, unbekannt mit dem Tode Galbas und diesemTreue bewähreud, hatten sich gegen die in Vindonissa ste-hende Legion erhoben, welche für Vitellius Partei ergriffenhatte, wurden aber von den Römern, welche Caecina an-fuhrte, mit Hülfe rhälischer Hülfslruppen, geschlagen, inden Jura zersprengt, und, nach Plünderung und Verwüstungihres Landes, zur Uebergabe von Aventicum gezwungen,welches die Beredtsamkeit von Claudius Cossus vor Zer-störung bewahrte. Die, ihres Heilwassers wegen viel be-suchte, im langen Frieden aufgeblühte, von Caecina zerstörteStadt, wird auf Baden bezogen, das Vindonissa zunächstlag. Römische Alterthumer in Baden lassen über die früheBenutzung seiner Thermalquellen keinen Zweifel.
ln der kurzen Geographie von Pomponius Mela * *)finden wir keine wesentlichen Zusätze. „ Die Alpen *) erhebensich an der ligurischen Küste und verbreiten sich nachmehreren Richtungen, vorzüglich aber gegen Mitternacht;wo sie Germanien berühren, wenden sie sich gegen Morgen