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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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29
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ROMS KENN'TNISS DER HELV. NATURVERH ALT NISSE. 29

nach Analogie der Erfahrungen in Nordamerika , dass durchUrbarmachung des Bodens das Klima gleichmässiger, dieSommer weniger heiss, die Winter weniger kalt werden,und dass aus dieser Ausgleichung, während die Mittel-temperatur dieselbe geblieben ist, alle Veränderungen sicherklären lassen, die man seit den Zeiten der Börner inFrankreich zu bemerken meint. Dasselbe möchte lur unserLand gelten. Wie jetzt ernährten sich die Bewohner durchAckerbau und Viehzucht. Aus den in den Pfahlbauten ge-fundenen Ueberresten, Körnern und Kernen wissen wir, dass,schon vor der Hömerzeit, man Flachs, Gerste und Weizenim Lande anbaute, und dass Haselnüsse, Holzbirnen undAcpfel zur Keife kamen. Dass, nach Strabo , am Fuss derKhälischen Alpen ein vorzüglicher Wein bereitet wurde,haben wir schon erfahren. Plinius 1 ) führt an, dass inden Alpengegenden der Wein in hölzernen, mit eisernenReifen umgebenen Gefässen aufbewahrt und in kalten Win-tern durch Feuer vor dem Frost geschützt werde. Da erüberdiess viele Wein- und Obstarten aus Gallien kennt, soist nicht zu zweifeln, dass mehrere derselben in den mil-deren Gegenden der Schweiz ebenfalls angepllanzl wordenseien.

In den Hochalpen kannten die Alten, wie wir vonStrabo erfahren haben, bereits die Gefahren der Gletscherund Lawinen. Silius Italicus 2 ) spricht von dem Ver-derben, womit die Lawinen und die Wirbelsturme des Corus(NW Wind) den Wanderer bedrohen, und wird von späterenSchriftstellern häufig citirt und eommentirt; so die ebenberührte Stelle, üb. III, 523:

') H. N. XIV, 21.

a ) Silius Italiens, Punicorum L. XVII. Römischer Dichter,der im ersten Jalirh. p. C. lebte. .