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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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ERSTES BUCH.

bringen, meist an Seilen hangen. Die mit dieser Arbeitvertraut sind, erkennen die Stellen an gewissen Anzeigenund Spuren. Manche Krystalle haben Fehler: sie sind mitrauhem Rost bedeckt, oder wolkig geßeckt, oder sie habenverborgene Beulen, oder ein sehr hartes und sprödes In-neres, sogenanntes Salz, oder einen braunrothen Rost, oderHaare, die wie Spalten aussehen und von den Künstlerndurch den Schnitt verdeckt werden. Fehlerfreie Krystalle,sogenannte Acenteta, sind rein und wasserhell. Man schätztsie nach dem Gewicht. Einige Aerzle glauben , man brenneTheile des Körpers am besten, wenn man dazu eine denSonnenstrahlen ausgesetzt gewesene Krystullkugel benutze.Eine andere Thor heil: vor nicht viel Jahren bezahlte einenicht einmal reiche Familien mutter ein krystal/enes Gefässmit 150 tausend Sesterzen (uugef. 30,500 Fr.). GläserneGefässe sehen den kryslallenen täuschend ähnlich , und manmuss sich wundern, dass dennoch der Preis des Kry stall sgestiegen ist. Bei den grossen Preisen, die zur Zeit derRömer für gute Krystalle bezahlt wurden, und der hiedurcherzeugten eifrigen Ausbeutung, darf man erstaunt sein, dassunsere Alpen, nach bald zweitausend Jahren, immer nochvon Zeit zu Zeit grössere Bergkryslalle liefern können.Als eine Steinart, die am Fuss der Alpen vorkomme, wirdauch die Morion 1 ') genannt, nach Einigen Rauchtopas,nach Anderen Sander. Weder Eisen, noch Gold, oder Bleiwerden, als in den alpinischen Ländern vorkommend, an-geführt, wohl aber Kupfererze (Aes) von vorzüglicherGüte bei Bergamo und im Lande der Centronen (Tarentaise). 2 )

Bei den vielen Pflanzen, Früchten, Gesträuchen, Bäu-men, welche Plinius beschreibt, führt er meist nur mittelmecrische Standorte an, woraus jedoch nicht folgt, dass er

) H. N. XXXVII, io.

2 ) H. N. XXXIV, 1, 2.