ROMS KENNTNISS DER HELV. NATURVERDALTNISSE. 3t
Plinius >) führt an, dass auf den Höhen der Alpen ,oder an Alpenpässen (vielleicht ist Bormio gemeint) heisseQuellen entspringen; er erwähnt ferner der starken pe-riodischen Quellen am Comersee (bei Villa Pliniana),welche zu bestimmten Stunden stärker und schwächer fliesse.Der jüngere Plinius 2 ) geht noch näher auf die letztereErscheinung ein.
Auf diese wenigen Notizen beschränkt sich wohl Alles,was aus der Rümerzeit über die physikalischen Verhältnisseunseres Landes bis zu uns gelangt ist. Etwas bedeutenderist das Ergebniss in der speciellen Naturgeschichte.
Verschiedene Mineralien werden von Plinius 3 ) an-geführt. „Unsere Voreltern, sagt er, betrachteten mit Ver-wunderung die Alpen , welche Hannibal und später dieCimbern überstiegen; jetzt werden darin tausend Artenvon Marmor gebrochen Er kennt den grünen Stein(Lavezstein), der im Comensischen zu Kochgeschirr ge-drechselt wird. Durch Verdichtung des Eises bei intensiverKälte entsteht, nach ihm, der Kry stall, den man nurda finde, wo vorzüglich der Winterschnee erstarrt; „ dennsicher besteht er aus Eis, woher auch bei den Griechensein Name herstammt„Warum er sechsseitig ist , lässtsich nicht leicht einsehen , besonders da die Spitzen wiederanders gestaltet sind; die Glätte der Seilen ist so voll-kommen, dass keine Kunst es nachzuahmen vermöchte„Der grösste, den ich gesehen habe, ist der, welchen Li viaAugusla auf dem Capitol gewidmet hat; er wog bei 50 Pfund.“„Die geschätztesten Kry stalle werden auf den Höhen derAlpen gefunden, wo sie in den Felsen wachsen, an sounzugänglichen Stellen, dass diejenigen, die sie heraus-
') H. N. II, 103.
J ) Epist. XXX.
s ) H. N. XXXVI, I, 22.
‘) H. N. XXXVII, 2.