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DRITTES BUCH.
Der langsam wachsende Widerstand gegen die mön-chische Schulmethode und gegen die Herrschaft der Kirche aufdem Felde der Wissenschaft war im Gebiete der Naturfor-schung zur Anerkennung gelangt. Die Entdeckungen vonGalilei und Kepler hatten gezeigt, wie viel mehr dasExperiment, die Beobachtung und eigener auf sie gerich-teter Scharfsinn zu leisten vermögen, als alle dialektischeKunst und jedes Zusammentragen von Citaien. Durch Baco(1561-1620) und den Einfluss der von Descartes (1596-1650) begründeten Philosophie war auch theoretisch dieiuduclive Methode und eine von festen Principien ausge-hende Erklärung der Natur begründet worden, ln allen vierCulturländern halten sich Vereine gebildet, um gemeinsamdurch Empirie und eine auf sie gestützte Induction vorwärtszu dringen. Schon 1603 finden wir in Rom zu diesem Zweckdie Gesellschaft der Lyncei vereinigt, zu der Galilei (1554-1642), Fabio Colonna (1567-1650), Porta(f 1615) gehörten; später, 1651, in Florenz die Gesell-schaft del Cimento . welche Borelli (1608-1679), Bedifl626-1697), Stenon (1638-1686) zu ihren Mitgliedernzählte. In London vereinigten sich schon 1645 John Wallis (1616-1703), Thom. Willis (1622-1675) und der spätereBischof Wilkins (1614-1672), denen sich später auchRobert Boyle (1627-1691) und Uob. Hooke (1635-1702) anschlossen, zur Durchführung der von Baco fest-gestellten Methode, und 1660 erhielt die Gesellschaft alsRoyal Society , die königliche Sanction. In Deutschland war, vorzüglich durch Aerzte, 1652, zu ähnlichem Zweckedie Academia Nahtne Curiosorum gegründet worden. —Wie in London hatten in Paris Versammlungen von Aerzten,Chemikern und Physikern statt gefunden, die 1666 unterColbert, als Academie des Sciences , vom Staate unterseinen Schutz genommen und geordnet wurden. Die Bemü-hungen dieser Vereine wurden unterstützt durch neu er-