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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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DAS XVII. JAHRHUNDERT.

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fundene, oder wesentlich verbesserte Apparate und Instru-mente, durch das Fernrohr, Mikroskop und Thermometervon Galilei , das Barometer von Torricelli (1608-1647),die Luftpumpe und Elektrisirmaschine von Otto von Gue-ricke (1602-1686), die Pendeluhr von H u ygh ens (1629-1695), und vielfach verbesserte astronomische Messinstru-mente, vorzüglich aber durch die früher ungeahnte Ver-vollkommnung des mathematischen Calculs, durch die Er-findung der Logarithmen von Neper (1550-1618) unddie Entwicklung der höheren Analysis durch Descartes,Eermat (1595-1665), Wallis , Barrow (1630-1678),Huyghens , Leibnitz und Newton. Auf dieser breitenund gesicherten Grundlage erhob sich durch vielseitigeThätigkeit das feste Gebäude der mechanischen Physik undrechnenden Astronomie, das gegen das Ende des Jahrhun-derts mit den Principien von Newton (1642-1727) allenanderen Gebieten der höheren Naturlehre ein schwer zuübertreffendes Vorbild wurde.

Mit den Fortschritten der Astronomie standen genauereOrtsbestimmungen der Geographie und bessere Kenntnisseüber die Gestalt und Grösse der Erde in naher Verbindung.Snellius (1591-1626) bestimmte in den Niederlanden dieGrösse eines Meridiangrades, nach Methoden, die auch jetztnoch bei jeder Landesvermessung zur Anwendung kommen.Die in verschiedenen Ländern von Seefahrern oder Topo-graphen gelieferten Originalkarlen wurden von den grossenGeographen dieses Jahrhunderts in Sammelwerke vereinigt,durch kritische Vergleichungen berichtigt, durch genauereOrtsbestimmungen verbessert, mit mehr oder weniger Ge-schmack gezeichnet und in Kupfer gestochen. In den Nieder-landen erwarb sich diess Verdienst der ausgezeichnete Geo-graph und Kupferstecher Jodocus Hond (1563-1611)aus Flandern , erst in London , dann in Amsterdam , berühmtdurch die Herausgabe der von Gerhard Merc-ator gezeich-