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DRITTES BTCH.
1092 zog er, um sieh natuiwissenschafllichen und medici-nischen Studien zu widmen, nach der Universität Altorf, wobesonders der Unterricht von Sturm 1 ) bedeutend auf ihneinwirkle. Nach einjährigen Studien in Altorf erwarb er inUtrecht den Doctorgrad und kehrte durch Norddeutschlandnach Zürich zurück, ging aber 1095 wieder nach Altorf ,um sich bei Sturm noch ferner in der Mathematik auszu-bilden. Nach seiner Rückkehr erhielt er die Stelle deszweiten Stadtarzles (Polialer) und die Anwartschaft auf dieProfessorstelle der Mathematik. Kr nahm nun auch Sludi-rciide in sein Haus auf, denen ir Unterricht erlheilte, unddie meist seine Begleiter auf Alpenreisen waren. Diesewurden beinah jährlich fortgesetzt, hielten sieh aber stetsan gut gebahnte Strassen, ohne in die weniger bekanntenThäler und in das einsamere Hochgebirge einzudringen. Manbeobachtete das Barometer zur llöhenbestimmung, sammelteNachrichten ubir Naturerscheinungen. Winde, Krdbeben,Quellen, über die Jagd, die Käseproduction oder andere In-uuslriezweiire, Angaben über Topographie zur Verbesserungder Karten, vorzugsweise aber Pflanzen, Mimralien und Pe-trefaeten. Jede Heise wurde beschrieben, mit Auseinander-setzung der gefundenen Thatsacheu, und Beigabe von Karten,Ansichten und Zeichnungen. Sch. versuchte auch, aber ohneErfolg, durch Zuschriften an die Uanlonsregierungen, Ein-sendungen von Naturbeobachiungen zu erhalten. Ein aufseine Kosten gedrucktes Wochenblatt, Seltsame Xalur-geschichlen des Srliweizerlandes , sollte die Kenntniss undden Eifer zur Veimehrung naturwissenschaftlicher Dingeallgemein verbreiten. Im J. 1710 erhielt Sch., nach demZurücktreten llerrlibergers, die kleine Lehrstelle der Mathe-