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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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DRITTES BUCH.

Kluften, wodurch, wegen der Zunahme des Volumens, einDruck auf die Wandungen und ein Kortstossen der ganzenMasse entstehen müsse , theils aus der Elaslicität der in denBläschen eingeschlossenen Luft bei vermindertem äusseremLuitdrucke. Ob die Gletscher, wie die Aelpler behaupten,7 Jahre zunehmen und eben so lange wieder abnehmen,lässt er unentschieden. Das aber sei sicher, dass dieselbenlagerweise in die Hohe wachsen, indem der im Winterfallende Schnee im Sommer schmelze, die damit gemengteErde auf den Grund fallen lasse, daun gefriere und überdieser Erde, die wie ein schwarzer Strich erscheint, einneues Stratum bilde. Uebrigens scheint Sch. diesen Gegen-stand mehr nach der später anzufuhrenden Arbeit von Hot-linger, als nach eigenen Untersuchungen behandelt zu haben.Seine Aufzählung der in der Schweiz vorkommenden Glet-scher ist sehr dürftig und beinah ganz aus älteren Schriftenentnommen. Im Canlon Bern kennt er die beiden Grindel-waldgletscher, im Wallis den Hhonegletseher und denjenigendes Austelbergs (Matterjoch), im Engadin einen GletscherHoltchiel.

Ueber die Lawinen folgt Scheuchzer, in der viertenBergreise, vorzüglich Sinder und Rebmann, und unter-scheidet Wind- oder Staublawinen von Schlag- oderGrundlawinen , oder wie in Engadin Lanigne da fraid,weil die ersteren vorzüglich im Winter fallen, und Laoigneda chiod , weil die Schlag- oder Grundlawinen durch dieim Frühjahr zurückkehrende Wärme erzeugt werden. NachAnliihrung von Stellen aus Silius Ital., Claudian , Rebmann,wird von dem durch Lawinen verursachten Schaden und denMitteln sich davor zu bewahren. gehandelt.

Am Gotthard fand Sch. von älterer Zeit her Mineralien-sammlungen und Händler Auf seiner ersten Alpenreise,17U2, sah er bei Landeshauptmann Sclunid in Altorf eineSammlung von Gotlhardmiueralien, grossen Bergkrystallen,