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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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206
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DRITTES HUCH.

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Eni. König, Sclieuclizer und alleren Autoren, fast aus-schliesslich vom Bcrgkryslall, und gibt eine, für jene Zeit,vortreffliche Monographie desselben. Wichtiger für die spe-cielle schweizerische Naturgeschichte ist die Woodward zu-geeiguete

Monlium glacialium helcelicorum descriplio. 1703 2 ).Diese gediegene Arbeit über die Gletscher der Schweizer-alpen ist von Sclieuclizer, der sich mit grossem Lob auf sieberuft, stark benutzt worden. Vieles ist aus Münster ,Simler und Wagner entnommen, der Verfasser gibt aberauch neue und eigene Beobachtungen, obgleich er nur dieGletscher von Grindelwald scheint gesehen zu haben. Zu-nächst unterscheidet er die Gletscher vom Firn oder blei-benden Schnee der Hochgebirge und vom Lawinenschnee,bestreitet dann die Verschiedenheit des Gletschereises vonanderem Eis und dessen Ucbergang in Bergkryslall, erklärtdie Heinheil der Gletscher aus dem Mangel an Beimengungvon Steinen und Erde in den breiten Gletscherthäleru undaus dein Ein- oder Durchsinken der auf das Eis fallendenBlöcke, iin Gegensatz einer das Unreine ausslossenden Kraft,leitet das Anwachsen der Gletscher ab von dem im W'inlerfallenden Schnee, der im Sommer sich mit anfrierendemSchlamm bedecke, daher sich deutliche Schichtung zeige,die in der Tiefe dünner sei, als nach oben zu, unterscheidetaber nicht deutlich zwischen diesem Wachslhuin der Masseund dem Vorrucken derselben. Zur Erklärung der Spaltenund des Donner ähnlichen Geränsch's, das ihre Entstehunghegleitet, verweist er theils auf die von Sclieuclizer in seinerPhysik gegebene Theorie, dass in der wärmeren Jahreszeit dieWärme zwischen die Eistheilcheu eindriuge und sie auseinandertreibe, theils auf die Erklärung von Bartholin, dass die im Winterzwischen den Eistheilcheu comprmiirte Wärme im Sommer,

') Acad. Nat. Cur. Dec. III.